Mainz gegen straßburg: wer sind die elsässer herausforderer?

Ein Viertelfinale in der Conference League, das für Furore sorgen könnte: Mainz 05 trifft auf Racing Straßburg. Doch wer sind die Franzosen, die nun den Rheinhessen das Handwerk legen wollen? Michael Spindler im Porträt.

Eine historie voller höhen und tiefen

Der Racing Club de Strasbourg Alsace, offiziell stolzer Name, blickt auf eine ebenso bewegte wie traditionsreiche Geschichtezurück. Bereits ein Jahr vor Mainz 05, im Jahr 1906, wurde der Klub in einem Vorort von Straßburg gegründet. Seitdem erlebten die Elsässer ein Wechselbad der Gefühle, von glorreichen Zeiten bis hin zu existenziellen Krisen.

Die vergangene Saison war für Straßburg ein Erfolg, sie etablierten sich als feste Größe in der Ligue 1 und gehören mittlerweile zu den Topteams. Allerdings wird der Mainzer Offensive jetzt ein Mann fehlen, der für die meisten Toren verantwortlich war: Joaquin Panichelli hat sich im Training einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt für den Rest der Saison aus. Ein herber Verlust, der die Aufgabe für Mainz jedoch nicht einfacher macht.

Von der meisterschaft zum zwangsabstieg

Von der meisterschaft zum zwangsabstieg

Die goldene Ära des RC Straßburg liegt in den 1970er Jahren, als der Klub unter Trainer Gilbert Gress 1979 die französische Meisterschaft gewann. Drei weitere Titel als Pokalsieger folgten, bevor die Mannschaft in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Ein Insolvenzverfahren führte 2011 zum Zwangsabstieg in die fünfte Liga – ein Schock für die stolze Anhängerschaft.

Doch die Straßburger zeigten Charakter und kämpften sich mit beeindruckender Entschlossenheit zurück. Der direkte Aufstieg in die erste Liga gelang bereits 2017/18. Und auch finanziell scheint der Verein wieder auf solidem Fundament zu stehen. Seit Sommer 2023 gehört Straßburg der BlueCo-Group, einem Investor, der auch den FC Chelsea unter seiner Fittiche hat.

Deutsche spieler in straßburg

Deutsche spieler in straßburg

Auch die deutsche Fußballgeschichte ist mit Racing Straßburg verbunden. Namen wie Reinhard Libuda oder Walter Kelsch trugen einst das Trikot des Klubs. Und auch Thomas Allofs, damals Bundesliga-Torschützenkönig, verbrachte 1989 eine Saison in Straßburg, bevor er zu Fortuna Düsseldorf zurückkehrte.

Die Bilanz in der Conference League ist beeindruckend, Straßburg ist bis zum Viertelfinale ungeschlagen. Gary O’Neils Team hat in 16 Spielen nur zwei Niederlagen kassiert und stellt somit eine ernstzunehmende Herausforderung für Mainz dar. Die Mainzer müssen sich also auf eine schwere Schlacht einstellen. Der Sieg gegen Nizza vergangenen Samstag deutet auf eine starke Form hin, doch der Ausfall Panichellis könnte entscheidend werden.

Die Conference League bietet Straßburg die Chance, auf internationaler Bühne zu glänzen und den eigenen Ruf weiter zu festigen. Mainz 05 sollte sich dessen bewusst sein und die Aufgabe ernst nehmen.