Mainz 05 sichert sich rechte seite: kern & rhein bilden duo mit zukunft
Die Meenzer Dynamiten schließen die Personalie ab, die den Trainerstab schon seit Monagen beschäftigt: Marleen Kern und Helena Rhein übernehmen ab Sommer 2026 gemeinsam den rechten Rückraum – ein Duo, das sich bereits in dieser Spielzeit heimlich profiliert hat.
Kerns debütjahr liest sich wie ein lehrbuch für umbrüche
Vier Tore gestern in Freiburg, 13 Treffer vor zwei Wochen gegen Kirchhof, dazwischen Bundeswehr-Grundausbildung und Nonstop-Einsätze für Nationalmannschaft und U23. Die 21-Jährige steht bei 22 Spieltagen auf 22 Punkte – Statistik und Alltagswirklichkeit in einem Satz. „Ich habe hier die Lizenz zum Fehler“, sagt sie, während die meisten Zweitliga-Konkurrentinnen nur die Lizenz zum Nachsitzen haben.
Die Zahlen verstecken sich hinter dem Eindruck: Mainz ist Tabellenachter, obwohl die Personaldecke an manchen Wochen so dünn war, dass Schulze mit Feldspielerinnen auf Torhüter-Position experimentierte. Kern lief trotzdem. Und traf. Und gewann die Wahl zur Spielerin der Woche.

Rheins aufstieg kommt ohne hype, dafür mit durchschlagskraft
Während sich andere Talente auf Instagram profilieren, baute Helena Rhein in der 3. Mannschaft 182 Tore in einer Saison. Links, rechts, Tempogegenstoß, Kreisübernahme – das Statistik-Excel kennt sie als Allzweckwaffe. Gestern gegen Freiburg durfte sie sich kurz vorstellen: ein Tor, 60 Sekunden Spielzeit, reichte, um sich den Rest des Abends selbst zu belohnen. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, jetzt fest dazuzugehören“, sagt sie – und meint damit nicht die Bundesliga, sondern den Club, der sie mit zwölf Jahren aufnahm.
Coach Jörg Schulze spricht nicht von Rotation, sondern von „Konkurrenz auf Augenhöhe“. Kern bringt Erfahrung aus der Defense, Rhein die Unbekümmertheit einer Spielerin, die noch kein einziges Mal Zweitliga-Abstiegssorgen schmeckte. Beide verbindet: Sie wohnen fünf Minuten voneinander entfernt, tauschen sich per WhatsApp über Gegneranalysen aus und haben den gleichen Spotify-Playlist für Aufwärm-Drill.
Die Botschaft an die Liga lautet: Mainz spielt 2026/27 nicht Rechtsaußen-Roulette, sondern setzt auf Kontinuität statt Kurzfrist-Transfers. Budget knapp, dafür Herzen rot-weiß – ein Satz, der in Zeiten von Investor-Echo und Wildcard-Modellen fast schon wieder revolutionär wirkt.
