Mailand-cortina 2026: nachhaltigkeit oder 'olympia zweiter klasse'?
- Olympische spiele im zeichen der nachhaltigkeit – aber zu welchem preis?
- Wolfgang maier kritisiert die zersplitterung der wettkämpfe
- Das ioc sieht ein zukunftsmodell
- Die herausforderungen der logistik
- Neubauten trotz nachhaltigkeitsanspruch
- Die analyse der spiele als grundlage für die zukunft
- Skilanglauf-bundestrainer schlickenrieder sieht vorteile
- Ein blick nach frankreich 2030
Olympische spiele im zeichen der nachhaltigkeit – aber zu welchem preis?
Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo stehen vor der Tür und versprechen ein neues Kapitel im olympischen Gedankengut. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit, indem es größtenteils auf bestehende Anlagen zurückgreift. Doch diese Strategie stößt auf Kritik, insbesondere von Seiten des deutschen Skiverbands (DSV).

Wolfgang maier kritisiert die zersplitterung der wettkämpfe
Der DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier schont keine Worte: Er bezeichnet die Spiele als „Olympische Spiele zweiter Klasse“. Die Wettkämpfe sind über Norditalien verteilt, mit erheblichen Distanzen zwischen den Austragungsorten. So finden die Damen-Alpinrennen in Cortina statt, während die Herren in Bormio, rund 300 Kilometer entfernt, an den Start gehen. Maier kritisiert, dass dies einen Bruch mit der Tradition und dem Geist der Spiele darstellt.

Das ioc sieht ein zukunftsmodell
Das IOC hingegen verteidigt das dezentrale Konzept und sieht darin ein zukunftsweisendes Modell für zukünftige Olympische Spiele. Christophe Dubi, Exekutivdirektor des IOC, betont, dass alle Athleten die Möglichkeit haben, teilzunehmen und dass die Erfahrung für sie sehr gut sein wird. Die Spiele sollen ein Zeichen für Umweltschutz und Ressourcenschonung setzen.
Die herausforderungen der logistik
Die große räumliche Ausdehnung der Spiele stellt die Logistik vor enorme Herausforderungen. Die Athleten sind auf verschiedene Orte verteilt, was die Organisation und Durchführung der Wettkämpfe erschwert. Auch die Eröffnungsfeier wird eine logistische Meisterleistung erfordern, da sie im San-Siro-Stadion in Mailand stattfindet, während kleinere Zeremonien gleichzeitig in Cortina, Predazzo und Livigno abgehalten werden.
Neubauten trotz nachhaltigkeitsanspruch
Trotz des Nachhaltigkeitsanspruchs wurden auch Neubauten errichtet. In Mailand wurde eine neue Halle für die NHL-Stars gebaut, die jedoch mit Verzögerungen und einer zu kleinen Eisfläche zu kämpfen hatte. Auch der Neubau der Bobbahn in Cortina stieß auf Kritik, da er gegen den Willen des IOC durchgesetzt wurde. Andere Austragungsorte wurden umfassend modernisiert, wie beispielsweise das Biathlon-Stadion in Antholz.
Die analyse der spiele als grundlage für die zukunft
Kirsty Coventry, IOC-Präsidentin, räumt „Komplexitäten“ ein, betont aber gleichzeitig, dass die Entscheidung für eine stärkere Streuung richtig war. Sie kündigt an, dass die Spiele nach Abschluss einer umfassenden Analyse unterzogen werden, um daraus Lehren für zukünftige Veranstaltungen zu ziehen. Es soll evaluiert werden, was sich in Zukunft besonders lohnt.
Skilanglauf-bundestrainer schlickenrieder sieht vorteile
Peter Schlickenrieder, Skilanglauf-Bundestrainer, zeigt sich verständnisvoll: „Irgendeinen Tod muss man sterben. Wir wollen nachhaltige Spiele, dann muss man logischerweise auch in Kauf nehmen, dass die Wege ein bisschen weiter sind.“ Er glaubt, dass die Spiele trotz der Herausforderungen erfolgreich sein werden.
Ein blick nach frankreich 2030
Die Erfahrungen in Mailand und Cortina werden auch für die Planung der Winterspiele 2030 in den französischen Alpen berücksichtigt werden. Auch dort sind die Wettkämpfe über mehrere Orte verteilt. Das IOC wird die Ergebnisse der Analyse von 2026 genau studieren, um die zukünftigen Spiele noch nachhaltiger und effizienter zu gestalten.
