Mailand ehrt gianni mura mit erster sportbibliothek der stadt

Eine hommage an den meister des sportjournalismus

Mailand hat eine besondere Bibliothek eröffnet, die dem Andenken des renommierten Sportjournalisten Gianni Mura gewidmet ist, der 2020 verstarb. Die neue Einrichtung im Herzen des Viertels Isola ist ein einzigartiger Ort der Kultur und Begegnung, der das Erbe eines der bedeutendsten Namen des italienischen Sportjournalismus würdigt. Es ist ein Ort, an dem die Geschichte des Sports lebendig wird, fernab von glitzernden Stadien und nah an den Geschichten der einfachen Menschen.

Die eröffnung – eine feier des lebens

Die eröffnung – eine feier des lebens

Die Eröffnungsfeier war mehr ein fröhliches Anstoßen auf das Leben von Gianni Mura, wie er es selbst gewollt hätte. Zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, neugierige Mailänder und langjährige Freunde kamen zusammen, um sich an ihn zu erinnern und dieses kleine Wunder zu feiern. Die Bibliothek fügt sich als neuer Bestandteil in das städtische Bibliothekssystem ein und bietet einen Raum für Kultur, Begegnung und Identitätsstiftung.

Ein raum voller erinnerungen und wissen

Ein raum voller erinnerungen und wissen

Auf gerade einmal 50 Quadratmetern, die frisch gestrichen wurden, werden künftig Buchpräsentationen stattfinden, Podcasts aufgenommen und Schulklassen empfangen. Die Sammlung wächst bereits durch großzügige Spenden stetig an. Zum Zeitpunkt der Eröffnung befinden sich bereits 2.173 Bücher in dem hellen Raum, dessen Decke von Osvaldo Casanova mit den Vereinsfarben des Mailänder Derbys gestaltet wurde. Ein Porträt von Gianni Mura blickt auf die Besucher herab.

Die initiative „altropallone“ als treibende kraft

Die initiative „altropallone“ als treibende kraft

Die Initiative für die Bibliothek ging von dem Verein „AltroPallone“ aus, dessen Präsident Gianni Mura einst war. Heute wird der Verein von dem RAI-Journalisten und Moderator der „Domenica Sportiva“, Paolo Maggioni, geleitet. Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, Muras Geist und seine Leidenschaft für denSport am Leben zu erhalten.

Gianni muras journalistischer werdegang

Gianni muras journalistischer werdegang

Muras journalistische Karriere begann vor fünfzig Jahren bei der „Gazzetta dello Sport“ in den frühen 1960er Jahren. Damals war er ein talentierter Praktikant und berichtete erstmals vom Giro d’Italia. Die Tour de France jedoch war seine große Liebe, der er 33 Mal folgte und in unzähligen literarischen Bildern erforschte – von Marco Pantani bis zu den letzten Helfern. Es heißt, dass er bis zu seinem Lebensende plante, sogar die 34. Grande Boucle zu begleiten.

Mehr als nur ergebnisse – sport als geschichte und begegnung

Die Bibliothek wurde kurz nach den Olympischen Spielen in Mailand und kurz vor Beginn der Paralympics eröffnet – kein Zufall, so Maggioni. „Diese Bibliothek ist ein Geschenk für Mailand. Wir wollten einen einfachen und lebendigen Raum schaffen, in dem Sport nicht nur Ergebnisse oder Chronik ist, sondern Geschichte, Erinnerung und Begegnung. Gianni Muras Andenken lebendig zu halten, bedeutet auch, seine Lehren, seine neugierige Art, seine Ironie und seine Aufmerksamkeit für die Menschen vor den Champions zu bewahren.“

Eine offene tür für sportbegeisterte

Die Bibliothek in der Via Confalonieri 3 hat dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Besucher finden dort Bücher aller Art – von Fachliteratur über Graphic Novels bis hin zu Romanen und Essays. Vor allem aber finden sie den Geist von Gianni Mura, der ab sofort wieder in der Stadt lebt, die er so sehr liebte.