Maier sprintet, näslund lacht: kristallkugel bleibt in schweden

Gällivare – Daniela Maier fuhr alles raus, was in ihr steckt. Zweiter Platz, achtes Podest dieser Saison, und trotzdem: Die Kristallkugel bleibt in Schweden. Sandra Näslud lies sich vor Heimpublikum die Krone nicht nehmen, siegte zum zehnten Mal und machte den Gesamtweltcup vorzeitig klar.

Die 30-jährige Oberstdorferin ging mit 175 Punkten Rückstand ins Finale, eine Sisyphus-Aufgabe. Selbst zwei Siege hätten gereicht, wenn Näslund mindestens zweimal unter die Top-20 rutscht. Doch die Schwedin spielte ein perfektes Heimspiel, gewann Halbfinale und Finale, während Maier nur im kleinen Finale den zweiten Rang sicherte.

Redder wird achte, himmelsbach schreibt märchen

Redder wird achte, himmelsbach schreibt märchen

Veronika Redder fuhr als zweitbeste Deutsche auf Rang acht, blieb ohne Podest, aber mit erhobenem Kopf. „Wir haben alles probiert, Sandra war heute einfach unschlagbar“, sagte sie im Zielbereich, während ihr die Eiseskälte Schwedens die Wangen rötete.

Bei den Männern lieferte Kilian Himmelsbach den emotionalsten Moment. Der 24-Jährige aus dem Allgäu stand vor dieser Saison mit Platz 16 als persönliche Bestmarke da – und fuhr nun als Dritter erstmals aufs Podest. „Ich kann es kaum glauben, das ist ein Traum“, sagte er mit zitternder Stimme. Den Sieg holte sich Schwede David Mobärg vor dem überraschenden Deutschen.

Für Maier bleibt am Sonntag nur noch die Ehrenrunde. Die Olympiasiegerin von Peking wird anreisen, um zu feiern – aber nicht für sich. „Ich werde aufs Podium schauen und wissen, dass ich alles gegeben habe“, sagte sie. Die Kristallkugel aber wandert weiter nach Stockholm, und mit ihr die Macht der Zahlen: zehn Siege, 935 Punkte, eine Dominanz, die selbst eine Siegerin wie Maier nicht einmal ins Schwitzen brachte.