Maguire raus: tuchel lässt united-verteidiger zu hause – familie tobt

Harry Maguire packt es nicht. Während Thomas Tuchel heute seinen WM-Kader für die USA liest, sitzt der Innenverteidiger in Manchester – und seine Verwandten kochen vor Wut. „Ich war überzeugt, nach der Saison, die ich gespielt habe, eine wichtige Rolle für mein Land zu spielen“, schreibt der 33-Jährige auf Instagram. Wenige Stunden später antwortet seine Mutter Zoe auf X mit nur zwei Worten: „Absolutely disgusted.“

Die Entscheidung trifft Maguire mitten im Lauf. 22 Pflichtspiele für Manchester United in dieser Saison, elfmal volle 90 Minuten nach seinem Oberschenkel-Ausfall im Winter – das ist kein Notnagel, das ist Comeback-Kraft. Doch Tuchel bleibt hart. Im März lobte er den Verteidiger noch als „Waffe bei Standards“, nun reicht es nicht einmal für den Flieger Richtung Amerika. Bruder Joe mag es nicht fassen: „Das ist vielleicht die schlimmste Entscheidung, die ich je gesehen habe.“

Die zahlen sprechen für maguire – aber tuchel schweigt

Die Statistik lügt nicht: In der Premier-League-Saison 25/26 gewann United 62 % der Duelle, wenn Maguire von Anfang an stand – ohne ihn nur 47 %. Seine Kopfballquote von 73 % ist Liga-Topwert, und bei Standardsituationen erzielte United mit ihm auf dem Platz acht von zwölf Toren nach Ecke oder Freistoß. Tuchel kannte die Werte, nannte Maguire trotzdem keine Garantie. Jetzt bekommt der Coach ein Problem, das er selbst gebaut hat: Er verzichtet auf Erfahrung, ohne echte Alternative in der Luft.

Maguire selbst bleibt sportlich. „Es gibt nichts, was ich mehr liebe, als dieses Trikot überzustreifen“, schreibt er – und das klingt nach Abschied, nicht nach Pause. Mit 33 Jahren ist die nächste WM vier Jahre entfernt. Für ihn könnte diese Ausladung das Ende der Nationalmannschaft-Karriere bedeuten. Die Emotionen seiner Familie zeigen: Für sie ist das kein einfacher Schnitt, sondern ein Schlag ins Gesicht.

England verliert mehr als nur einen verteidiger

England verliert mehr als nur einen verteidiger

Tuchel setzt auf Youth, auf Speed, auf Spieler, die laufstark sind, aber in der Box kaum Druck erzeugen. Maguire dagegen ist der Typ für die heißen Minuten – wenn es 1:0 steht und der Gegner mit langen Bällen kommt, wenn die zweite Bahn kommt und die Köpfe rauchen. Genau diese Phase hat England bei der letzten WM verloren. Genau diese Phase holt nun kein Maguire mehr raus.

Die Stimmung im Lager der Three Lions spitzt sich zu. Laut Insidern waren einige Profis „überrascht“, als sie den Namen nicht auf der Liste sahen. Die Begründung des Trainers – „wir wollen flexibler stehen“ – klingt in den Ohren der Spieler wie ein Euphemismus für „wir haben keine Lust auf Diskussionen“. Maguire hat Diskussionen nie gescheut. Jetzt diskutiert er nur noch mit sich selbst, ob er überhaupt wieder auflaufen wird für sein Land.

Die WM beginnt in 46 Tagen. Maguire wird sie auf der Couch verfolgen, seine Mutter wird wütende Tweets liken, sein Bruder wird weiter Worte suchen. Und Tuchel? Der muss jetzt liefern – ohne den Kopfball-Giganten, den er selbst einst als „enorm wichtig“ bezeichnete. Wenn England früh rausfliegt, wird man sich fragen: War es wirklich nötig, Harry Maguire zu Hause zu lassen?