Magdeburg kassiert im parc des princes eine lehrstunde und trotzdem ist das viertelfinale sicher
Paris. Eine knallharte 26:34-Packung. Die TSV-Verteidigung wirkt wie gelähmt, PSG läuft vor, wirft, lacht. Nach 13 europäischen Spielen ohne Niederlage kassiert Magdeburg innerhalb von 120 Stunden die zweite.
Die Zahlen sind brutal: 3:8 nach 13 Minuten, 13:22 nach 37. Jannick Green pariert im Tor der Franzosen, Elohim Prandi trifft aus links fast nach Belieben. Trainer Bennet Wiegert stemmt die Hände in die Hüfte, brüllt: „Männer, wir sind zu soft!“ Die Antwort folgt auf dem Feld: ein 4:0-Lauf, mehr nicht.
Die personal-lücke frisst energie
Ohne Omar Ingi Magnusson (privat) und Felix Claar (Infekt) bleibt die linkshändige Schlagkraft auf der Bank. Elvar Örn Jonsson spielt trotz Handbruch-Reha am Kreis, wirkt sichtlich verunsichert. Albin Lagergren, Philipp Weber, Christian O’Sullivan – allesamt zuletzt Bundesliga-Zuschauer – sollen plötzlich Champions-League-Tempo gehen, klappt halb, reicht nicht.
Die Franzosen dagegen laufen wie geschmiert. Nikola Karabatić dirigiert, Prandi vollstreckt. Zwischen 17. und 22. Minute erhöht PSG von 8:5 auf 13:6 – ein 5:1-Run, der die Vorentscheidung bedeutet. Magdeburg findet keine Antwort auf die 3-2-1-Abwehr, leistet sich sieben technische Fehler in Hälfte eins, dazu zwei verschossene Siebenmeter.

Gruppensieg weg, viertelfinale hin – die ironie des modus
Parallel demontiert Barcelona Pelister 47:27 und macht den Gruppensieg früh klar. Magdeburg muss sich mit Rang zwei begnügen, Paris rutscht als Vierter noch in die Playoffs. Die Tabelle lügt nicht: 8 Siege, 2 Niederlagen – das reicht, um im Januar weiterzumachen, aber die Stimmung bleibt frostig.
Wiegert nimft die Niederlage mit. „Wir haben zwei Halbzeiten verschlafen, das darf in der K.-o.-Phase nicht passieren“, sagt er. Die Lehre: Ohne volle Rota wird selbst eine Serie von 13 Spielen an einem Abend zunichte.
Am Sonntag wartet bereits der Bergische HC in der Liga. Die Uhr tickt, der Schulterschluss muss sitzen. Paris war ein Warnschuss, nicht das Ende. Wer in der Champions League träumen will, darf nicht zweimal wackeln.
