Madridring zeigt erste bilder: 45.000 fans auf geneigter kurve

Madrid schlägt zurück. Die Formel 1 veröffentlichte die ersten Renderbilder des Madridring, und das Timing ist kein Zufall: Am 13. September wird die Hauptstadt zum ersten Mal seit 1981 wieder ein Grand Prix-Rennen ausrichten, diesmal auf einem 5,4 Kilometer langen Kurs mit 22 Kurven und einem Banking, das 45.000 Zuschauer in den Wahnsinn treiben wird.

Ein stadion auf rädern

Der Circuit entsteht nur sieben Minuten vom Flughafen Adolfo Suárez entfernt, mitten im Stadtteil IFEMA. Das Studio Dromo um Jarno Zaffelli hat die Trasse gezeichnet, Acciona-Eiffage baut sie bis August 2026 fertig. Die Tribüne an der Curva Monumental wird 32 Grad Neigung haben – mehr als in Daytona. Wer dort sitzt, sieht die Boliden fast von oben, als würde man eine Slotcar-Bahn beobachten.

Die Verträge sind unterschrieben für zehn Jahre. Madrid zahlt keine Startgebühr, dafür übernimmt die Stadt die Infrastruktur. Der Großteil der 180 Millionen Euro kommt aus privaten Kassen und Sponsoring-Paketen, die Liberty Media bereits verkauft hat. Telefónica, Iberdrola und Santander steigen ein, weil sie wissen: Spanien ist der fünftgrößte TV-Markt der F1.

Warum der kalender plötzlich passt

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Barcelona musste nachgeben. Das alte Circuit de Catalunya hatte keine Lobby mehr, seitdem der Regionalkonflikt eskalierte. Madrid bietet dagegen ein neues Regierungsbündnis, das Sport als Versöhnungsinstrument nutzt. König Felipe VI. wird die Ehrengäste empfangen, während die Kommune die Metro bis 3 Uhr nachts durchfährt. 57 Rennrunden á 5,4 Kilometer ergeben 307,8 km Gesamtdistanz – exakt die Mindestlänge der FIA für ein WM-Rennen.

Die Rennleitung plant ein Doppel-Event: Samstag läuft die Formel 2, Sonntag früh die Formel 3, ab 15:00 Urt startet der Grand Prix. Die Strecke wird 1.100 Meter Höhenunterschied überwinden, mehr als in Interlagos. Die Motoren arbeiten mit 6,5 Prozent Sauerstoffmangel – ein Segen für Honda und Ferrari, die ihre Turbo-Layouts darauf optimiert haben.

Tickets gibt es ab 89 Euro, VIP-Lounges kosten 1.900 Euro pro Tag. Die ersten 20.000 Karten waren nach 72 Stunden ausverkauft, der Rest folgt im Mai. Madrid rechnet mit 300.000 Übernachtungen und einem wirtschaftlichen Schub von 450 Millionen Euro – so viel wie der Marathon, nur an einem Wochenende.

Die Bilder lügen nicht: Asphalt in Terrakotta-Farbe, Tribünen in Wolkenkratzer-Form, ein Fahrerlager, das wie ein Stierkampfplatz aussieht. Die F1 kehrt nach Spanien zurück, aber nicht in die Vergangenheit. Sie baut sich eine neue Heimat, lauter, höher, schneller. Und sie hat bereits zugesagt: 2036 wird hier auch das MotoGP-Finale stattfinden. Madrid ringt um die Krone des Motorsports – und bekommt sie.