Madrid in der krise: euroliga-playoffs in gefahr?
Die weiße Weste des FC Real Madrid in der EuroLeague scheint zerbrochen. Nach der knappen Niederlage gegen den Tabellenführer Panathinaikos Athen offenbaren sich tieferliegende Probleme, die weit über ein einzelnes Ergebnis hinausgehen. Die Königlichen riskieren, die Chance auf einen Heimvorteil in den Playoffs zu verspielen – eine historische Stärke, die dem Team bisher immer half.
Die auswärtsschwäche als achillesferse
Während das Heimpublikum in Madrid stolz auf seine Mannschaft sein kann, sieht die Bilanz auf fremdem Terrain düster aus: Fünf Siege bei dreizehn Niederlagen. Das ist das schlechteste Ergebnis aller Top-13 Teams der Liga und lässt den Schatten eines unerklärlichen Exils auf die Mannschaft fallen. Nur Bayern München, Virtus Bologna, Baskonia, Anadolu Efes und ASVEL Villeurbanne haben sich in dieser Saison schlechter geschlagen – und diese Teams sind längst aus den Playoff-Gesprächen verschwunden.
Die Erinnerung an verpasste Chancen in Bolonia, München, Paris, Dubai, Kaunas und Vitoria nagt am Selbstvertrauen. Sergio Scariolo, der Coach der Madrilenen, sprach nach dem Spiel in Piräus von „Fehlkontrolle in den entscheidenden Momenten“. Die Wahrheit ist: Madrid verliert Spiele, die sie gewinnen sollten.

Die rechnung schlägt hoch – und die gegner lauern
Die aktuelle Tabellenposition (Fünfter Platz) ist alarmierend. Nur die besten Vier Teams qualifizieren sich direkt für die Playoffs mit Heimvorteil. Das bedeutet, dass die Madrilenen in ihren verbleibenden Spielen gegen Fenerbahçe Istanbul und Partizan Belgrad liefern müssen, um nicht in den Play-In-Modus zu rutschen – oder gar noch schlechter abzuschneiden.
Die Situation wird dadurch komplizierter, dass Madrid den direkten Vergleich gegen Olympiakos Piräus verloren hat, der nun zwei Siege vor ihnen liegt. Das bedeutet: Selbst ein Sieg in allen verbleibenden Spielen garantiert nicht die Qualifikation für die Top 4.

Ein hoffnungsschimmer? fenerbahce in trübsal
Die nächste Hürde ist Fenerbahçe, das selbst in eine Ergebniskrise geraten ist. Nach einer starken Saison haben die Türken in den letzten Wochen vier Spiele in Folge verloren und sechs von sieben Partien. Ein angeschlagener Gegner könnte die Gelegenheit für Madrid sein, sich zurück in die Spur zu finden. Aber die jüngste Vergangenheit zeigt: Auswärtsspiele sind für die Madrilenen eine echte Zitterpartie.
Um die Chance auf die Top 4 und den Heimvorteil zu wahren, muss Madrid sowohl in Istanbul als auch gegen Belgrad gewinnen. Andernfalls droht die bittere Erkenntnis, dass die Saison der Königlichen in einem nervenaufreibenden Play-In-Turnier oder sogar noch schlechter enden könnte. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Saison 2021/22 war die schlechteste Auswärtsbilanz der Vereinsgeschichte in der EuroLeague, verstärkt durch die Absage der Spiele gegen russische Mannschaften.
Die Fans in Madrid können nur hoffen, dass ihre Mannschaft endlich die Konstanz findet, die sie so dringend benötigt. Denn eines ist klar: Die EuroLeague verzeiht keine Fehler.
