Madrid: euroliga-albtraum in piräus – kann das wunder noch gelingen?

Der weiße Traum der Euroleague scheint in der griechischen Hauptstadt zu zerbrechen. Real Madrid verlor gestern Abend im „Palais der Freundschaft“ gegen den Liga-Primus Panathinaikos Athen – ein Resultat, das an sich noch verkraftbar wäre. Doch die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kam, und vor allem die anhaltende Auswärtsschwäche der Königlichen werfen tiefe Fragen auf.

Die auswärtstour: ein desaster

Es ist kein Geheimnis, dass Real Madrid in dieser Saison zu einem Auswärts-Schreck geworden ist. Neben der gestrigen Pleite in Piräus reihen sich Niederlagen in Bologna, München, Paris, Dubai, Kaunas und Vitoria aneinander. Viele dieser Partien gingen in den letzten Minuten verloren – ein bitteres Los für die Madrilenen. Sergio Scariolo, der Trainer, bemühte sich, die Situation herunterzuspielen: „Wir machen eine gute Saison. Wir haben fünf Spiele mit nur einem oder zwei Punkten verloren. Manchmal ist es Pech, manchmal eine Fehlentscheidung, manchmal mangelnde Kontrolle am Ende.“ Doch die Wahrheit ist ernüchternd: Mit einem Bilanz von 5-13 Auswärtssiegen sind die Madrilenen das schlechteste Team unter den Top 13 der Tabelle – nur der FC Bayern, Virtus Bologna, Baskonia, Anadolu Efes und ASVEL Villeurbanne sind noch schlechter.

Die Bilanz ist historisch schlecht – die schlechteste seit Einführung des modernen Euroleague-Formats. Nur Maccabi Tel Aviv (3-11) und Anadolu Efes (4-11) in der Saison 2021/22 waren in dieser Hinsicht noch desaströs. Und selbst diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, da damals die Spiele gegen russische Teams annulliert wurden.

Playoff-ambitionen in gefahr

Playoff-ambitionen in gefahr

Die aktuelle Tabellenposition – Platz fünf – ist für Real Madrid alles andere als ideal. Ohne Heimvorteil in den Playoffs wären die Chancen auf den Einzug ins Final Four drastisch reduziert. Historisch gesehen erreichen nur 81,2 Prozent der Teams, die den Heimvorteil genießen, das Final Four. Um sich unter den Top 4 zu behaupten, müssen die Madrilenen sowohl in Istanbul gegen Fenerbahce als auch im letzten Spiel gegen Roter Stern Belgrad gewinnen. Nur dann können sie sich den Vergleich mit anderen Teams sparen und die Qualifikation selbst in die Hand nehmen.

Das kommende Spiel gegen Fenerbahce, das sich ebenfalls in einer Krise befindet, könnte eine Chance sein. Die Türken haben zwar in den letzten Wochen Federn lassen müssen, aber ein Sieg wäre für Madrid unerlässlich, um die Hoffnung auf den Heimvorteil am Ende der Saison nicht endgültig aufzugeben. Sollten die Madrilenen beide Spiele verlieren, droht sogar der Einzug in die Play-in-Runde – ein Szenario, das niemand im Lager der Königlichen wünscht.

Die Ausgangslage ist kompliziert: Madrid verlor den direkten Vergleich mit Olympiakos, der nun zwei Siege vor ihnen liegt. Allerdings haben die Madrilenen den Vorteil im direkten Vergleich gegen Valencia, Monaco, Hapoel Jerusalem und Barcelona auf ihrer Seite. Gegen Olympiakos, Zalgiris und Panathinaikos, die direkten Verfolger, sehen die Verhältnisse jedoch düster aus. Die Saison steht am Scheideweg – ob Real Madrid diesen Scherbenhaufen noch kitten kann, wird die kommende Woche zeigen.