Madrid am rande des abgrunds: euroliga-playoffs in gefahr?
Ein Schatten liegt über Real Madrid. Nach der deutlichen Niederlage gegen Panathinaikos Athen im griechischen Heimstadion, dem Palast des Friedens und der Freundschaft – einer Halle, die selbst vermeintliche Giganten verschluckt – droht dem spanischen Serienmeister der Absturz in die Play-in-Spiele. Die jüngsten Auswärtsergebnisse lassen wenig Hoffnung auf eine Trendwende zu.
Die auswärtsschwäche als achillesferse
Es ist kein Geheimnis: Real Madrid leidet unter einer chronischen Auswärtsschwäche. Mit lediglich fünf Siegen aus dreizehn Spielen stellt der Hauptstadtklub das schlechteste Auswärtsbilanz aller Top-13 Teams der Euroliga auf. Nur Bayern München, Virtus Bologna, Baskonia, Anadolu Efes und ASVEL Villeurbanne konnten sich bislang noch schlechter präsentieren – und sind bereits aus dem Rennen um die Playoff-Plätze ausscheiden.
Trainer Sergio Scariolo versuchte, die zahlreichen knappen Niederlagen in den vergangenen Spielen herunterzuspielen: „Wir haben eine gute Saison gespielt. Fünf Spiele haben wir nur knapp, oft durch Unglück oder fragwürdige Entscheidungen verloren. Manchmal fehlt uns einfach die nötige Kontrolle, um diese Spiele zu Ende zu spielen.“ Doch die Realität sieht düster aus: Die aktuelle Tabellenposition des Teams – Platz fünf – bedeutet, dass Real Madrid ohne Heimvorteil in die Playoffs müsste. Ein historischer Nachteil, denn nur 81,2 Prozent der Teams, die es in die Final Four geschafft haben, nachdem sie den Heimvorteil verpasst hatten, erreichten das Endturnier.
Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: 5-13 Auswärtssiege, der schlechteste Wert seit der Umstellung der Euroliga auf das Double-Round-Robin-System. Nur Maccabi Tel Aviv (3-11) und Anadolu Efes (4-11) in der Saison 2021/22 waren auswärts noch so schwach – und diese Saison wurde stark von der Absage der Spiele mit russischen Teams beeinflusst.

Entscheidende spiele in istanbul und belgrad
Die kommende Woche wird entscheidend für die Zukunft von Real Madrid in der Euroliga. Zwei Spiele stehen an: zuerst das Duell gegen Fenerbahce Istanbul, ein ehemaliger Tabellenführer, der nun selbst in eine Krise geraten ist. Danach folgt die Partie gegen den serbischen Meister, die Rote Estrella Belgrad. Nur ein Sieg in beiden Spielen würde Real Madrid die Chance geben, sich unter die Top-4 zu kämpfen und den Heimvorteil in den Playoffs zu sichern. Ein Unentschieden würde die Situation weiter verschärfen und das Team in den Play-in-Modus zwingen. Eine Niederlage in beiden Spielen könnte sogar den achten Platz bedeuten – eine bittere Pille für den spanischen Rekordmeister.
Die Hoffnung liegt im Average. Real Madrid hat bereits den Average gegen Valencia Basket, AS Monaco, Hapoel Jerusalem und den FC Barcelona gewonnen. Auch gegen Fenerbahce konnte man sich bereits einen Vorteil erspielen. Das Problem: Gegen Olympiakos Piräus liegt man im Average zurück, und noch besorgniserregender ist der Abstand zu Zalgiris Kaunas und Panathinaikos Athen, die beide die beiden Spiele gegen die Königlichen für sich entscheiden konnten. Die Mission ist klar – und sie wird alles andere als einfach sein.
Die Zeit drängt. Madrid muss liefern, andernfalls droht ein früherer und demütigender Abschied von der diesjährigen Euroliga-Saison.
