Luzern sucht heimlich nach frick-nachfolger: renggli oder interne kuriosität?
Der FC Luzern spielt Poker im eigenen Haus. Seit Mario Frick seinen Abschied angekündigt hat, tickt die Uhr. Michel Renggli, U21-Chef und langjähriger Klubkind, gilt als Favorit. Doch hinter den Kulissen tüfteln Remo Meyer und seine Scouts an einem Drehbuch, das auch zwei interne Außenseiter nennt – mit Lücken im Lebenslauf.
Christian schwegler: der u19-coach mit der b-lizenz und der großen lücke
Schwegler kennt jeden Flur im Swissporarena, aber die UEFA-B-Lizenz ist kein Ticket für die Super-League. Er müsste parallel zum Chefjob seine Ausbildung forcieren – ein Experiment, das in der Schweiz selten gut geht. Die Frage lautet: Gibt Meyer ihm ein Lehrjahr auf höchstem Niveau?
Die Antwort kommt aus der Geschäftsstelle: „Wir schließen nichts aus.“ Eine Formel, die sowohl Hoffnung als auch Verzweiflung bedeuten kann.

Claudio lustenberger: assistenz ohne hauptsache
Seit sieben Jahren steht Lustenberger neben dem Chef, bereitet Videoanalysen vor, schreit an der Seitenlinie. Cheftrainer war er nie. Die Logik des Vereins: Interne Karrierepfade sparen Geld und schonen die Klubkultur. Die Realität: Ohne Erfahrung auf Profistufe wird er zum Glücksspiel.
Michel Renggli spürt den Atem der Konkurrenten. „Ich konzentriere mich auf die U21“, sagt er, aber seine Berater haben schon Gespräche mit Baselländer Klubs geführt. Luzern hat eine Woche, bevor Renggli sich anderweitig verpflichtet.
Externe Lösung? Ludovic Magnin wartet am Telefon. Der ehemalige Nationalspieler ist vereinslos, spricht perfekt Schweizerdeutsch und bringt 186 Bundesliga-Spiele mit. Magnin will sofort loslegen, fordert aber ein langfristiges Projekt – etwas, das Luzern nach der Frick-Ära eigentlich versprochen hatte.
Die Entscheidung soll „nach Ostern“ fallen. Bis dahin testet der Klub intern, wie viel Risiko die eigene Philosophie erlaubt. Die Fans diskutieren bereits auf Twitter: Lieber ein heimischer Rohdiamant oder ein erprobter Außenseiter? Die Wahrheit liegt im Leistungszentrum, wo Sportchef Meyer Zahlen vergleicht: Punkteschnitt, Trainingsintensität, Transferbudget. Am Ende zählt nur eins: Wer verhindert, dass Luzern wieder in die Relegation rutscht?
Die Frist läuft. Wer zuerst zustimmt, bekommt den Job. Und vielleicht entscheidet sich Luzern für das Dritte: Einen Kandidaten, den bislang niemand auf dem Zettel hat. So war es bei Frick. So könnte es wieder sein.
