Luzern schickt lausanne mit 4:0 nach hause – und die jagd auf kabwit beginnt
Ein Schlusspiff, der wehtut. Luzern fegte Lausanne am Sonntag mit 4:0 aus der Arena, schraubte den Vorsprung auf den Relegationsrang auf 15 Punkte – und löste in derselben Sekunde die nächste Transferlawine aus. Denn während die Kurve „Klassenbleibt“ skandierte, schrieben Scouts in den Rängen schon neue Namen auf ihre Liste. Obenauf: Oscar Kabwit, 20 Jahre, sieben Tore, vier Vorlagen seit Jahresanfang, und jetzt begehrt wie warme Semmeln.
Kabwit ist noch gar nicht luzerns eigentum – toulouse und metz warten schon
Die Aargauer Zeitung bestätigt, was seit Wochen durch die Gänge schwappt: Der FC Toulouse hat konkret angeklopft, der FC Metz lüftet bereits die Fahnen. Beide Klubs wollen Kabwit sofort, Luzern will ihn zuerst kaufen – und das dürfte teurer werden als gedacht. Denn die Kaufoption liegt unterschriftsreif in Sportschef Remo Meyer’s Schreibtisch, doch der Preis steigt mit jedem Tor. TP Mazembe, sein bisheriger Klub, verlangt laut Insidern inzwischen eine Ablöse „deutlich über der Million“. Luzern zahlte für Di Giusto 1 Mio. – und der ist heute schon doppelt so viel Wert.
Die Leihgabe ist also zur Wertanlage geworden. Meyer spricht von „klaren Tendenzen“, meint aber nur: Wir ziehen nach. Kabwit selbst hält die Karten eng an die Brust. Nach dem Schlusspfiff verschwand er so schnell im Katakomben-Tunnel, dass selbst die französischen Berater ihn kaum einholten. Wer mit ihm spricht, spürt: Er weiß, dass der nächste Schritt jetzt oder nie kommt.

Di giusto spielt sich für 30 millionen – und bleibt trotzdem cool
Matteo Di Giusto lacht, als man ihn auf die 12+12-Punkte-Marke anspricht. „Ich bin hier glücklich, alles andere ist Zukunftsmusik.“ Der Vertrag läuft bis 2028, das ist Luxus im modernen Fussball. Doch auch er spürt die Brise: Sein Marktwert explodierte von 800 000 auf geschätzte 3,5 Millionen, und Berater kreisen wie Möwen über dem Trainingsplatz. Luzern wird ihn nicht abgeben – es sei denn, jemand legt 30 Millionen auf den Tisch. Dann winkt sogar der Ausbildungsklub mit.

Nachwuchs statt notverkauf – bung meng und owusu sind heiß, aber nicht zu haben
Die Angst der Fans: Luzern wird wieder zum Ausbildungslager für die Grossen. Doch Meyer verspricht Disziplin. Bung Meng Freimann (20) und Tyron Owusu (22) stehen auf diversen Listen, doch intern heißt es: Nur bei „irrsinnigen“ Angeboten wird überhaupt telefoniert. Lucas Ferreira (19) bleibt mindestens ein weiteres Jahr, damit sich das Talent nicht im Ausland verliert. Die Devise: Erst Klassenerhalt sichern, dann die Talente halten – nicht umgekehrt.
Am Horizont ragen schon die nächsten Entscheidungen. Karweina und Willimann gehen, Spadanuda und Vasic schweben, von Moos wartet auf die 53-Minuten-Frage: Bleibt er, wenn er nie durchspielt? Julian von Moos selbst sagt: „Ich habe endlich Rhythmus, warum wechseln?“ Die Antwort liegt in Meyers Kalender – und in den Anrufen aus Toulouse.
Luzern gewann am Sonntag ein Spiel und verlor die Ruhe. Die Jagd auf Kabwit ist eröffnet, die Preise steigen, die Uhr tickt. Wer zuerst unterschreibt, bestimmt, ob aus der kleinen Grossstadt am Vierwaldstättersee bald wieder ein grosses Transferkino wird. Die Kurve jubelt noch nach, doch hinter der Fassade arbeitet Meyer schon am nächsten 4:0 – nur diesmal auf dem Papier.
