Lüthi schlägt ein: peinlicher scb-kollaps in rapperswil

Marc Lüthi verließ die Swiss-Life-Arena, noch bevor das Buzzer klang. 0:4 in Rapperswil, 0:4 im Play-in, 0:4 in der Saison – und null Toleranz mehr für die Berner Stars.

Der scheidende Boss des SC Bern schickte sich selbst in die Frühpensionierung, nachdem sein Team gegen die Lakers eine Vorstellung lieferte, die er als „peinlich“ und „uncool“ brandmarkte. „Vor allem für unsere Fans“, sagte Lüthi zum Blick. Die Kurve schwieg, die Kabine leer, die Tribüne voller blanker Wut.

Alte schlachtrösser, junge hengste – beide in der leine

Was ihn am meisten stach: nicht das Aus, sondern die Art und Weise. Nach 20 Minuten lag der SCB noch in Schlagdistanz, dann kippte die Partie in eine Demonstration von Hilflosigkeit. „Es hat ein paar alte Schlachtrösser, die über den Hügel sind, und die jungen Hengste sind noch nicht ganz nach“, konstatierte Lüthi. Die Statistik bestätigt die Brutalität: in den letzten vier Spielen nur eine einzige überzeugende Leistung – und die war längst vergessen.

Der Club zahlt für ein Jahr voll teurer Umtriebe. Neuverpflichtungen wie Riat, Bertschy oder Meyer sollten Frische bringen, stattdessen drohte eine Defensive, die wie ein Schweizer Käse aussah. Die Lakers? Ein Aufsteiger mit einem Budged, das nicht mal die Hälfte des Berner Gehaltsberges erreicht. Genug, um den Goliath zweimal zu boden zu werfen.

Zweimal in serie – und kein ende in sicht

Zweimal in serie – und kein ende in sicht

Der Play-in-GAU folgt auf das Viertelfinal-Debakel 2023 gegen Genf. Zweimal hintereinander versagt der SCB, wenn die Meisterschaft auf dem Spiel steht. „Nach dem ersten Ärger ist vor allem das Erstaunen geblieben“, sagt Lüthi. Die Mannschaft schaffte es, zwei komplett unterschiedliche Saisons zu verlieren – dieselbe Adresse, dieselben Gesichter, dieselbe Enttäuschung.

Doch Lüthi bleibt kühl. „Irgendwann ist das erste Spiel und irgendwann das letzte – das ist der Lauf der Zeit“, kommentierte er seine eigene Abgangskulisse. Kein Tränenausbruch, keine Rücktrittsrede, nur blankes Erstaunen darüber, wie ein Kader voller Nationalspieler und NHL-Rückkehrer kollektiv die Segel streicht.

Was jetzt? schütteln, nachdenken, neu starten

Was jetzt? schütteln, nachdenken, neu starten

Der SCB muss umdenken. Trainer Kari Jalonen bekommt einen neuen Sportchef, der alte Sportchef geht, der alte Boss auch. Lüthi sieht trotzdem kein fundamentales Problem: „Das ist Sport. Man muss sich jetzt schütteln, nachdenken und das Richtige machen.“ Die Frage ist nur: Wer schüttelt wen? Und wer traut sich, die alten Schlachtrösser ans Nagelbret zu heben?

Die Fans werden den Sommer nutzen, um ihre Wunden zu lecken. Der Club hingegen muss handeln, bevor die nächste Saison abrupst. Denn eines ist klar: Mit einem weiteren Frühsommer wie diesem wird selbst die loyale Berner Westkurz nicht mehr mitspielen. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.