Lukeba fällt gegen gladbach aus – rb leipzigs abwehr gerät erneut ins wanken

Castello Lukeba wird Samstag fehlen. Der Franzose zog sich in Bremen einen kleinen Muskelfaserriss im linken Adduktorenbereich zu, wie der MRT-Check am Ostersonntag ergab. Der 23-Jährige musste bereits zur Pause Probleme anmelden, kurz nach Wiederanpfiff bat er um den Wechsel. Nun droht auch das Spiel danach in Frankfurt zu knapp zu werden.

Rotationslösung wird zur notlösung

Rotationslösung wird zur notlösung

Mit Lukeba fehlt dem Tabellendritten ein Garant für Spielaufbau und Stabilität. Trainer Ole Werner wird erneut auf die Notlösung zurückgreifen: Ezechiel Banzuzi rückt ins Mittelfeld, Nicolas Seiwald rutscht von der Sechs in die Innenverteidigung. Die Konstellation ist kein Geheimrezept, sondern ein Kompromiss – und genau das ist das Problem.

Denn die eigentliche Backup-Option, El Chadaille Bitshiabu, bleibt außen vor. Der 20-Jährige, vor drei Jahren für 15 Millionen Euro aus Paris gekommen, wartet seit dem 31. Januar auf Einsatzzeit. Seine letzte Partie: die 1:2-Heimpleite gegen Mainz. Seitdem ist er Tabellenkandidat, nicht Kaderkandidat. Werner signalisiert damit deutlich: Vertrauen verschenkt er nicht, er wird erarbeitet – oder eben nicht.

Die Zahlen sind gnadenlos: Bitshiabu kam in dieser Saison auf gerade einmal sieben Pflichtspiele, kaum mehr als ein Neuzugang im Wintertransferfenster. Ein Linksfuß wie Lukeba, aber eben nicht Lukeba. Die Leipziger Sportdirektion muss sich fragen, ob die teure Investition in Bitshiabus Entwicklung nicht längst als Lehrgeld verbucht werden muss.

Gegen Gladbach droht nun eine Abwehr ohne Speed und ohne naturlichen Aufbau. Seiwald ist Kopfball sicher, aber nicht der Passgeber. Orban braucht einen Partner, der die Linie früh vertikal öffnet – genau diese Rolle hatte Lukeba inne. Ein Detail, das in der hitzigen Schlussphase der Saison über Punkte oder Punktverlust entscheiden kann.

Die nächsten Tage entscheiden, ob Lukeba in Frankfurt wieder reinkann. Eine Woche Ruhe, dann Leistungstests. Leipzig spielt nicht nur um die Champions-League-Plätze, sondern auch um das Selbstbild einer jungen Mannschaft, die sich selbst als Champions-in-spe sieht. Eine Abwehr mit Banzuzi/Seiwald mag für die Gladbach-Partei reichen; für den Anspruch, Bayern und Dortmund zu jagen, braucht es Lukeba in Topform. Solange der nicht läuft, bleibt Rotationsnotstand Realität – und Bitshiabu sitzt weiter auf der teuersten Bank der Bundesliga.