Lugano vor dem ausverkauf: grgic warnt – ohne europa droht exodus

Der FC Lugano spielt gerade erst wieder mit dem Feuer, doch der nächste Sturm zieht bereits auf. Anto Grgic hat’s gesagt, und das gilt als Weckruf: Fehlt die internationale Bühne, flüchtet das Who-is-Who des Kaders. Die Konsequenz könnte ein Sommer werden, der die Tessiner zurückwirft – oder endgültig nach vorn bringt.

Die angst vor einer wiederholten transferblockade

Die Erinnerung ist noch frisch. Vor zwölf Monaten bettelten Mattia Zanotti, Antonios Papadopoulos und Co. um den Absprung – blieben aber hängen, weil keine Ablöse den Verein zufriedenstellte. Die Folge: Frust, Cup-Aus, Europa-Aus, Krisensitzungen. Erst als die Uhr auf «geschlossene Tür» stand, fanden Croci-Torti und Sportchef Sebastian Pelzer den Reset-Knopf. Seitdem lief’s, doch die Rechnung kommt jetzt.

Der Club hat die Meisterrunde überstanden, das Budget aber nicht vergrößert. Ohne Conference-League-Prämien droht Lugano erneut, zwischen Anspruch und finanziellem Korsett zu verheddern. „Wir wollen nicht blockieren, wir wollen weiterwachsen“, sagt Pelzer – klingt nach Freigabe, wenn der Preis stimmt.

Zanotti und co.: die heißesten namen auf dem markt

Zanotti und co.: die heißesten namen auf dem markt

Club Brügge hat die Fühler nach Zanotti ausgestreckt, Papadopoulos liebäugelt seit Jahren mit der Bundesliga. Dazu steht Amir Saipi plötzlich auf der Ersatzbank, Vertrag bis 2027 hin oder her – ein Schlussmann mit Nationalteam-Chance wird nicht ewig warten. Daniel Dos Santos hat sich mit seinen Sechser-Läufen ins Scout-Netz gespielt, und im Sturm ticken zwei Uhren gleichzeitig: Entweder Kevin Behrens oder Georgios Koutsias wird gehen, beide wissen es, keiner redet.

Die Liste wird länger. Captain Mattia Bottani, Hadj Mahmoud, Hicham Mahou – allesamt auslaufende Verträge. Wer verlängert, wer verkauft, wer zieht gratis ab? Pelzer muss vier Dinge gleichzeitig bedienen: Qualität halten, Breite schaffen, Gehälter unter Decke bringen, Kabine bei Laune halten. Kein leichtes Puzzle, wenn die Europacup-Tür zufällt.

Die entscheidenden wochen beginnen jetzt

Die entscheidenden wochen beginnen jetzt

Bis die Vorbereitung startet, sind es nur noch wenige Wochen. Lugano kann nicht einfagen, sonst verschärft sich der Kreislauf: Weniger Erfolg, weniger Geld, weniger Attraktivität. Die Alternative: mutige Verkäufe, dafür frische, hungrige Kräfte – und ein klarer Plan, wer das neue Gesicht der Mannschaft wird. Die Fans forschen bereits nach potenziellen Zugängen auf Social Media, während hinter den Kulissen Excel-Tabellen glühen.

Fakt ist: Werden drei oder mehr Leistungsträger abgezogen, muss Pelzer nicht nur ersetzen, sondern neu kalkulieren. Dann richtet sich der Blick auf Talente aus dem eigenen Nachwuchs und auf Leihgeschäfte mit Kaufoption. Die Devise: verkaufen, aber nicht verbluten. Der FC Lugano steht erneut an der Weggabelung – und diesmal will niemand auf die harte Tour lernen, dass Blockaden teurer sind als klare Trennungen.