Lucescu tritt zurück: herzprobleme beenden trainerkarriere
Ein Schock für den rumänischen Fußball: Mircea Lucescu, eine Legende des europäischen Fußballs, hat seinen Rücktritt als Nationaltrainer Rumäniens überraschend bekannt gegeben. Nach einer kürzlichen Hospitalisierung aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen zieht der 80-Jährige die Konsequenzen und beendet vorerst seine Trainerlaufbahn – zumindest im internationalen Bereich.
Ein rekord und ein gesundheitlicher rückschlag
Die Entscheidung kommt nur wenige Tage, nachdem Lucescu einen historischen Moment erlebt hatte. Im WM-Playoff-Spiel gegen die Türkei, das sein Team zwar knapp mit 0:1 verlor und damit den Traum von der ersten WM-Teilnahme seit 1998 zunichte machte, übertraf er mit 80 Jahren und 240 Tagen den deutschen Trainer Otto Pfister als den ältesten Nationaltrainer aller Zeiten. Doch die Freude währte nicht lange. Die gesundheitlichen Probleme zwangen ihn, das anschließende Freundschaftsspiel gegen die Slowakei zu verpassen, und führten nun zu seinem Rücktritt.
Lucescu, der bereits zwischen 1981 und 1986 das Nationalteam trainierte und 1984 die Europameisterschaft erreichte, hinterlässt eine Lücke. Seine zweite Amtszeit, die knapp anderthalb Jahre dauerte, endete mit elf Siegen, einem Unentschieden und sechs Niederlagen in 16 Spielen. Der rumänische Fußballverband (FRF) würdigte seinen Einsatz mit den Worten: „Durch seinen unermüdlichen Einsatz und seine Hingabe zeigte er in jedem Moment, was wahre Liebe zur Nationalmannschaft und zum Fußball bedeutet.“

Mehr als nur ein nationaltrainer: eine trainerlegende
Dabei war Lucescu weit mehr als nur ein erfolgreicher Nationaltrainer. Seine Trainerkarriere ist geprägt von Erfolgen in verschiedenen Ländern und bei namhaften Vereinen. Von Inter Mailand über Galatasaray, Besiktas und Zenit St. Petersburg bis hin zu Schachtar Donezk – Lucescu hat in Europa Fuß gefasst. Besonders prägend waren seine zwölf Jahre bei Schachtar Donezk (2004-2016), wo er 573 Spiele betreute und zahlreiche Titel gewann.
Doch Lucescu ist noch nicht ganz vom Fußball weg. Der Verband plant, sein immenses Wissen weiterhin zu nutzen, indem er ihn in einer beratenden Funktion behält. „Wir wollen von seiner Erfahrung profitieren und unsere Trainer und Spieler noch besser vorbereiten“, erklärte Verbandspräsident Razvan Burleanu.
Wer Lucescu als Nationaltrainer ersetzen wird, ist noch unklar. Der FRF hat bereits ein Verfahren zur Ernennung des Nachfolgers eingeleitet. Die Suche nach einem würdigen Nachfolger, der die Fußstapfen einer europäischen Trainerlegende füllen kann, wird sicherlich eine Herausforderung sein. Die rumänische Fußballfans hoffen, dass der neue Trainer in der Lage sein wird, das Team zu neuen Erfolgen zu führen und den Traum von der WM-Teilnahme endlich wahr werden zu lassen.
