Lucas braathen plantzt brasiliens gold-blase am zuckerhut
Die brasilianische Ski-Bombe zündet am Zuckerhut. Lucas Braathen, 25, trägt nach seinem historischen Riesenslalom-Triumph in Peking nicht nur die goldene Kugel, sondern jetzt auch eine Million Instagram-Follower – und die Liebe zu Soap-Star Isadora Cruz in sein südamerikanisches Sommercamp.
Ein norweger richtet brasiliens wintersport auf den kopf
Seine Goldmedaille war noch warm, da flog Braathen schon Richtung Rio. Staatspräsident Lula überreichte ihm die Ehrenurkunde, Kids tanzten Samba in Fake-Skistiefeln, und die TV-Sender strahlten seine Läufe im Dauerkreis. Was niemand sah: hinter den Kameras verhandelte der Flachland-Champion mit seinem österreichischen Coaching-Stab – und schickte die Alpen-Logik in die Wüste.
Die Devise lautet „Trainingslager Pantanal“. Statt Gletscher-Eis gibt’s Feuchtbiest-Klima, statt 2 000-Meter-Hang eine 30-Grad-Rampe mit Blick auf Christus den Erlöser. „Kondition ist Kondition“, sagt Braathen, „ob du in -15 °C oder +35 °C schnaufst.“ Sein Physiotherapeut pflichtet ihm bei, musste aber erst mal Extraleicht-Skiwachs importieren, das bei 45 °C nicht schmilzt.
Die Rechnung geht auf – zumindest für die Marke. Mit 1,02 Millionen Followern hat Braathen Marco Odermatt um 400 000 abgehängt. Sponsoren verstehen die Sprache der Zahlen: ein brasilienischer Energiedrink klinkt sich mit sieben Stellen ein, ein Badeanzug-Hersteller bucht ihn für Strand-Clips, und selbst der brasilianische Skiverband meldet 300 % Nachwuchs-Anmeldungen. Gold plus Liebe plus Social-Media-Reichweite – das ist kein Zufall, das ist Sportbusiness 2024.

Verliebte beine statt zermatt
Isadora Cruz wohnt zehn Minuten vom Olympiastützpunkt entfernt. Das reicht Braathen als Argument, um die komplette Vorbereitung in den Tropen zu verlegen. Chef-Coach Christian Mitter dürfte in Österreich die Stirn runzeln – sagt aber nichts. Denn wer seinem Schützling eine Happy-Relationship garantiert, bekommt entspannte Muskeln und einen Athleten, der freiwillig Doppel-Intervallläufe auf Copacabana absolvieren will, weil danach Caipirinha mit der Aktrice winkt.
Kritiker munkeln, dass Hochleistung und Strand-Workout sich widersprechen. Die Geschichte lehrt das Gegenteil: In den 70ern turnte Klaus Dibiasi am Lido di Jesolo, gewann Gold. Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft ließ sich 2016 in Valencia formen und holte den Olympiasieg. Und Nils van der Poel schwomm nach seinem „Südafrika-Experiment“ zweimal Weltrekord. Brasilien als Schneekartonage? Vielleicht genau das, was den Skizirkus ausschüttelt.
Die Weltcup-Saison geht am Wochenende in Kranjska Gora weiter. Dort, zwischen slowenischen Tannen, wird sich zeigen, ob tropische Lungen auch bei Minusgraden liefern. Sollte Braathen erneut aufs Podium carven, dürfte der nächste Hype perfekt sein – und Brasilien bestellt prompt Schneekanonen für 2026, um endlich ein Heim-Weltcup-Rennen ausrichten zu können. Dann winkt nicht nur der Zuckerhut, sondern auch der Kristall-Globus.
