Luca toni zerfetzt van gaal: „menschlich eine null – er wollte uns wie objekte verscherbeln“

Die Wunde ist 15 Jahre alt, blutet aber noch. Luca Toni hat in der DAZN-Talkrunde „You’ll never talk alone“ den früheren Bayern-Coach Louis van Gaal erneut attackiert – und diesmal keine Metapher verschont. „Er wollte mich wegschicken, Ribéry rauswerfen, Lucio schon weggeschickt. Bei menschlichen Beziehungen war er eine Null“, sagt der Weltmeister von 2006. Die Sprache ist so schlicht wie vernichtend.

Van gaal zog die hosen runter – um dominanz zu beweisen

Toni erzählt, wie der Niederländer 2009 in der Kabine die Hose herunterließ, um den Spielern zu demonstrieren, dass er „Eier“ habe und jeden austauschen könne. „Ich saß nicht in der ersten Reihe“, spuckt Toni. Diese Pose habe ihn an eine „verrückte Bühne“ erinnert, nicht an eine Führungsfigur. Der Stürmer, damals 32 Jahre alt, fühlte sich behandelt wie „ein austauschbares Teil im Van-Gaal-Shop“.

Der Konflikt eskalierte, als van Gaal ihn am Trainingsgelände an der Säbener Straße am Kragen packte und auf Deutsch anschrie. Toni, der kein Wort verstand, nickte nur: „Ja, ja, ja.“ Später ließ er Diego Contento übersetzen. Es ging um nichts Sportliches, nur um Macht. „Er wollte zeigen: Ich bin der Chef, und selbst Toni muss sich fügen.“

Die suspendierung folgte – und der exodus

Die suspendierung folgte – und der exodus

Nach Tonis Interview mit der Sport Bild („Zermürbung von vier Monaten“) sperrte van Gaal ihn für das Champions-League-Spiel gegen Maccabi Haifa. Halbjahresbilanz: zwölf Ligatore, eine Suspendierung, ein zertrümmertes Verhältnis. Im Januar 2010 flog Toni leihend nach Rom, ein halbes Jahr später ging er ablösefrei nach Genua. Van Gaal blieb bis April 2011, gewann die Meisterschaft, wurde aber wegen mangelnder Empathie gefeuert – ein Detail, das Toni mit hämischer Genugtuung erwähnt.

Die Zahlen sind trotzdem sein bester Zeuge: In 60 Partien für den FCB erzielte Toni 38 Tore. Unter van Gaal sank seine Einsatzzeit um 42 Prozent. „Statistiken lügen nicht – Menschen schon“, sagt er. Der Italiener schließt mit einem Seitenhieb auf van Gaals aktuelle Tätigkeit als Berater bei Ajax: „Hoffentlich packt er dort niemanden mehr an den Kragen.“