Luca schumacher bleibt: werder bremen sichert sich torgefahr bis 2028
Luca Schumacher bleibt. Die 23-jährige Rückraumkanonierin hat beim SV Werder Bremen unterschrieben, bis mindestens 2028. Mit 65 Treffern ist sie in dieser Saison die zweitbeste Werferin der Grün-Weißen – und jetzt auch langfristig die erste Anspielstation im Angriff.
Die Verlängerung kommt zur rechten Zeit. In der 2. Handball-Bundesliga der Frauen tobt ein Kleinkrieg um jeden Punkt, und Werder steht mit nur einer Niederlage aus den letzten acht Spielen im oberen Tabendrittel. Schumacher ist dabei nicht nur Torschützin, sondern auch Schachfigur. Rechter Rückraum, linker Rückraum, Kreisläufer-Deckung – Cheftrainerin Renee Verschuren stellt sie um, sobald die Gegner sich zu sehr auf Mia Zschocke oder Laura van der Heijden einstellen.
Die niederländerin lobt, was andere nicht sehen
„Luca hat sich in den vergangenen Monaten hervorragend entwickelt“, sagt Verschuren. Was sie meint: Schumacher trifft nicht nur aus neun Metern, sondern spielt auch die zweite Welle mit. Ihr Temposchritt nach innen ist inzwischen so schnell, dass selbst TV Aldekerk in der Vorbereitung zwei Spielerinnen extra auf sie angesetzt hat – ohne Erfolg. 14 Tore warfen die Hanseaten in diesem Spiel, Schumacher steuerte sieben bei.
Der Weg dahin war kein Zufall. 2016 wechselte sie als C-Jugendliche vom Elsflether TB zum VfL Oldenburg, schaffte 2022 den Sprung in die Bundesliga, dort aber nur Kurzeinsätze. Die Saison 2023/24 wurde zur Zäsur: Zweitspielrecht in Bremen, 28 Treffer in 14 Partien – und ein Anruf von Patrice Giron. „Wir haben gesehen, wie sie in Oldenburg den Glamour sucht, aber die Arbeitsamkeit liebt“, sagt der Sportliche Leiter.

Zwei jahre planungssicherheit – und ein paukenschlag
Mit der Verlängerung verhindert Werder ein Domino. Denn THW Kiel hatte bereits Interesse gemeldet, auch Buxtehuder SV soll sich erkundigt haben. Giron blockte ab. „Luca ist sportlich und menschlich ein wichtiger Baustein“, betont er. Gemeint ist: Sie ist die erste Werder-Spielerin, die seit drei Jahren jedes Training absolviert hat – auch wenn die Kinderbetreuung mal wieder zusammenbrach oder das Fahrrad im Regen stehen blieb.
Für Schumacher selbst ist der Vertrag mehr als ein Stück Papier. „Ich möchte mit dem Team noch einen Schritt gehen“, sagt sie. Dahinter steckt ein klares Ziel: Aufstieg. Werder liegt aktuell auf Platz drei, zwei Punkte hinter Spitzenreiter HSG Blomberg-Lippe. Die Rückrunde beginnt am 8. Februar in Bensheim. Schumacher wird dabei sein – und zwar nicht nur als Torschützin, sondern als Anführerin einer jungen Truppe, die endlich wieder Erstliga-Luft schnuppern will.
