Löw warnt nach auftaktsieg: dfb-team noch weit von wm-titel entfernt

Ein 7:1 gegen Curacao mag beeindruckend wirken, doch Ex-Bundestrainer Joachim Löw mahnt zur Vorsicht. Nach dem mühelosen Auftakt in die WM 2026 sieht er die deutsche Nationalmannschaft noch nicht als Titelfavorit, sondern als Team mit Entwicklungspotenzial – und deutlichen Defiziten.

Die fehlende stabilität und die persönlichkeiten von 2014

Die fehlende stabilität und die persönlichkeiten von 2014

In der TikTok-Show „Kroos & Kroos: Die WM unter der Lupe“ betonte Löw, dass die Mannschaft zwar über Qualität verfüge, ihr aber die nötige Stabilität fehle, um bei einem Turnier zu bestehen. „Wir brauchen Persönlichkeiten wie 2014“, so der 66-Jährige, „und das müssen sich die Spieler erst einmal erarbeiten. Kimmich und Neuer allein werden nicht reichen.“ Er fordert mehr Führungsfiguren, die in entscheidenden Momenten das Zepter in die Hand nehmen.

Die Konstanz über die volle Spielzeit ist ein weiteres Problem, das Löw anspricht. Die DFB-Auswahl habe es oft versäumt, den Gegner endgültig zu kontrollieren und ließ ihn immer wieder zurückkommen. „Wenn wir es schaffen, stabil zu sein, Widerstände zu überwinden und über 90 Minuten Klarheit zu zeigen, dann gehören wir zum Favoritenkreis“, erklärte er. Die Leistung gegen Curacao sei dabei nicht überbewertet worden, denn der Gegner sei „sicher der leichteste bei dieser WM“ gewesen.

Doch es gibt auch Hoffnung: Löw sieht eine positive Entwicklung seit der EM 2024. „Wir haben eine gute Idee, Dynamik und Kreativität gefunden. Und vor allem können wir spielerische Akzente setzen.“ Die Mannschaft befindet sich auf einem guten Weg, aber der Weg zum Titel ist noch lang und steinig. Die kommenden Partien gegen die Elfenbeinküste und Ecuador werden zeigen, ob die Warnungen von Löw berechtigt sind.

Die Bilanz spricht eine deutliche Sprache: 7:1 gegen Curacao. Eine schöne Zahl, aber eben nur eine Zahl. Ob die deutsche Mannschaft in der Lage ist, diese spielerische Leichtigkeit in Konstanz und Erfolg zu übersetzen, wird die Weltmeisterschaft zeigen. Denn eines ist klar: Ein Platz im Halbfinale ist mit der aktuellen Mannschaftsleistung nicht realistisch.