Löw: nagelsmann steht unter druck – und ich bin froh, raus!

Joachim Löw, der ehemalige Bundestrainer, hat bei Sport1 deutliche Worte über die aktuelle Situation von Julian Nagelsmann gefunden. Er zeigt sich erleichtert, selbst nicht mehr dem immensen Druck ausgesetzt zu sein, der auf den Schultern des aktuellen Nationalcoaches lastet. Die WM-Vorbereitungen sind in vollem Gange, und die Erwartungen an Nagelsmann sind enorm.

Die bürde der nation: ein trainerleben unter beobachtung

Die bürde der nation: ein trainerleben unter beobachtung

Löw, der die deutsche Nationalmannschaft zwischen 2006 und 2021 betreute, weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, die Hoffnungen eines ganzen Landes zu tragen. „Ein Trainer muss seine Entscheidungen so treffen, von denen er überzeugt ist“, erklärte er im Vorfeld des Pokalfinals zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern. „Es ist eine große Verantwortung. Die ganze Nation hängt da irgendwie dran. Eine WM kann in einem Land vieles bewirken – positive Energie, positive Stimmung, viele besondere Momente.“

Die Erwartungen an die deutsche Mannschaft sind traditionell hoch, und der Druck, eine erfolgreiche WM zu spielen, ist enorm. Löw betonte, dass dies auch eine enorme Verantwortung für den Bundestrainer bedeute. „Es kann sich auf ein ganzes Land auswirken“, so der Weltmeister von 2014.

Doch Löw äußerte auch die Hoffnung, dass die Fans und die Mannschaft wieder enger zusammenwachsen. „Ich hoffe, dass die Deutschen wieder die Verbindung herstellen können zwischen Mannschaft und Fan, dann hätten wir hier eine tolle Stimmung.“ Die fehlende Euphorie in den letzten Jahren war ein Kritikpunkt, und Löw scheint zu hoffen, dass Nagelsmann diese Lücke füllen kann.

Ein weiterer Punkt, den Löw ansprach, war die Nominierung von vier VfB-Profis – Alexander Nübel, Jamie Leweling, Deniz Undav und Angelo Stiller – für die WM. „Das ist völlig berechtigt“, befand er. „Die Spieler, die nominiert worden sind, sind ja auch zu Recht dabei, weil sie wirklich auch Leistungsträger beim VfB sind.“ Eine klare Ansage an all jene, die die Auswahl von Nagelsmann in Frage gestellt hatten.

Löw machte deutlich, dass er selbst nicht mehr in der Verantwortung stehen möchte. „Das hab ich oft genug gemacht und ich weiß, dass im Vorfeld ja immer diskutiert und debattiert wird. Es gibt unterschiedliche Meinungen. Es wird kritisiert.“ Die Erleichterung, nicht mehr im Rampenlicht zu stehen, ist ihm deutlich anzumerken. Der Druck, der mit dem Amt des Bundestrainers einhergeht, ist immens, und Löw scheint froh zu sein, diesem entkommen zu sein.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Julian Nagelsmann den Druck standhält und die deutsche Nationalmannschaft zu einer erfolgreichen WM führen kann. Doch eines ist sicher: Joachim Löw blickt mit gemischten Gefühlen auf die Ereignisse in Katar.