Lok leipzig zittert sich in meuselwitz zum dreier – jena-spiel schon am sonntag

Der 1. FC Lok Leipzig hat die Glaserkuppe erobert – wenn auch mit schmutzigen Stiefeln. Ein Kopfball von Stefan Maderer nach 25 Minuten reichte, um den ZFC Meuselwitz mit 1:0 zu bezwingen und die Tabellenführung auf zehn Punkte auszubauen. Der Sieg kam, wie der Winternebel über Zipsendorf: dicht, kalt und ein bisschen glücklich.

Meuselwitz legt los, leipzig schlägt zurück

Die erste Viertelstunde gehörte dem Außenseiter. Vier frische Kräfte in der Startelf, Ballbesitzquote 60:40, zwei gefährliche Hereingaben von links – das alles passte nicht in das Bild des souveränen Spitzenreiters. Dann, in der 24. Minute, die erste echte Szene: Maderer köpft an die Latte. 60 Sekunden später nutzt er die zweite Chance, verwandelt eine Ecke per Kopf aus fünf Metern. Die Leipziger Anhänger im Gästeblock kochen, der Rest des Stadions verstummt.

Danach wird es ruppig. Gelbe Karten, kleine Fouls, lange Bälle auf kalte Füße. Meuselwitz jagt, Leipzig kontert. Verkamp und Cevis hätten den Deckel draufmachen können, scheitern aber am eigenen Tempo. So bleibt es bis zur Pause.

Zweite hälfte: kampf statt kombination

Zweite hälfte: kampf statt kombination

Nach dem Seitenwechsel verwandelt sich das Spiel in einen Schlammlauf. Kein Rasen, keine Raffinesse, nur noch Willen. Meuselwitz übernimmt nach 60 Minuten das Kommando, Andy Trübenbach zieht aus 18 Metern ab – knapp drüber. Califo Balde tankt sich 16 Minuten vor Schluss durch, setzt den Ball an den Außenpfosten. Die Luft im Stadion wird dünner, Leipzig zieht sich zurück.

Trainer Christian Hentschel wechselt dreimal, stellt auf Fünferkette um. Die letzten zehn Minuten sind reine Abwehrschlacht. Letzter Pass vor dem Tor? Fehlanzeige. Die Statistik zeigt am Ende 17 Torschüsse für Meuselwitz, nur neun für Leipzig – aber einer saß. Das ist die nüchterne Wahrheit hinter dem 1:0.

Nun droht das nächste Endspiel: Sonntag, 14 Uhr, Bruno-Plache-Stadion, FC Carl Zeiss Jena. Ein Sieg dort, und Leipzig kann die Meisterschaft fast schon einpacken. Maderer packt seine Torjägerbinde ein: „Wir wissen, dass wir besser spielen müssen. Aber Punkte holen ist unsere DNA.“ Die Liga spuckt weiter, Leipzig bleibt oben – mit einem Dreier, der mehr schwitzte als glänzte.