Lok leipzig, jena und erfurt jagen den dfb-ticket – hfc steigt freiwillig aus
Die Frist war klar, die Entscheidungen sind gefallen: Lok Leipzig, Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt haben ihre Lizenzunterlagen für die 3. Liga pünktlich beim DFB abgeliefert. Der Hallesche FC hingegen verzichtet – und erledigt den Aufstiegswahn im Nordosten schon vor dem 27. Spieltag ab.
Warum der hfc freiwillig auf die beletage verzichtet
Die offizielle Begründung klingt nach Controlling statt Kick: „wirtschaftliche Rahmenbedingungen“ plus „realistische Erfolgsaussichten“. Sprich: Die Kasse ist nicht gepolt für Profi-Camps, Hygieneketten und Video-Wand-WM, und die 13 Punkte Rückstand auf Lok Leipzig lügen nicht. Daniel Meyer und Robert Schröder sollen den Kader trotzdem oben halten – nur eben ohne Drittliga-Trara.
Die anderen drei Klubs liefern sich dagegen ein Pokerspiel auf Zeit. Lok, seit Wochen mit Probstheidaer Ballbesitzbesessenheit auf Platz eins, beantragt ihre Lizenz bereits zum sechsten Mal seit 2020. Die Statistik zeigt: Wer so oft antritt, will endlich durch. Carl Zeiss Jena muss trotz acht Punkten Rückstand und einem Nachholspiel nicht aufgeben – der Traditionsname zählt beim DFB, die Infrastruktur auch. Erfurt wiederum schickt seine Papiere mit knapper Not, um im Falle der sportlichen Sensation nicht leer auszugehen.

Dfb-prüfung wird bis april dauern
Die Lizenzierer in Frankfurt prüfen nun Bilanzen, Stadionkonzepte und Nachwuchsleistungszentren. Gutachter schauen sich Flutlichtmasten, Duschbrause und Jugendklubheime an. Ergebnis: Mitte April drohen Auflagen – oder ein Riegel. Dann entscheidet sich, ob der Nordost-Meister tatsächlich in die Aufstiegsrelegung darf. Gegner wäre diesmal der Meister der Regionalliga Bayern – ein anderes Kaliber als TSV Havelse, an dem Lok im Vorjahr scheiterte.
Die Szene schielt bereits auf den 30. Mai: Finaltag der Amateure, 90 Minuten, die über Profi-Träume oder Etatkürzungen entscheiden. Wer bis dahin die Lizenz unterschrieben hat, darf mitspielen. Wer nicht, bleibt in der Regionalliga – egal, wie viele Punkte auf dem Konto stehen.
Der Hallesche FC spart sich dieses Zittern. Die Konkurrenz träumt weiter. Und die Fans wissen: In diesem Sommer zählt nicht nur Torjäger-Quote, sondern auch Bilanz-Quote. Die Frist war gestern – die Rechnung kommt im April.
