Loic meillard schreibt schweizer skigeschichte bei olympia – dramen und emotionen in bormio
- Schweizer triumph in bormio: loic meillard holt gold im slalom
- Drei medaillen, ein perfektes ergebnis
- Zweite fahrt entscheidet das rennen
- Emotionale achterbahnfahrt: mcgraths ausraster
- Traurige geschichte hinter dem ausfall
- Kristoffersen versteht die emotionen
- Schweizer dominanz und ein abschied
- Vielfalt auf der strecke
Schweizer triumph in bormio: loic meillard holt gold im slalom
Bormio, Italien – Ein dramatischer Tag auf der Slalomstrecke in Bormio sorgte für alles: Nebel, Schnee, Sonnenschein, Stürze, ein ungewöhnlich großes Starterfeld und natürlich einen epischen Aussetzer. Loic Meillard aus der Schweiz nutzte eine starke zweite Fahrt, um den Herren-Slalom am Montag zu gewinnen und der erste Schweizer Herren-Skirennläufer zu werden, der seit 1948 eine olympische Medaille in dieser Disziplin gewinnt. Damit endet das alpine Herrenprogramm bei den Olympischen Spielen in Mailand Cortina.

Drei medaillen, ein perfektes ergebnis
Meillard fügt die Goldmedaille zu einer Silbermedaille im Team-Kombinierten und einer Bronzemedaille im Riesenslalom hinzu. "Drei Rennen, drei Medaillen und dann noch mit Gold abzuschließen – das ist perfekt", sagte Meillard, der in die Fußstapfen des Schweizers Edi Reinalter tritt, der 1948 bei den Winterspielen in St. Moritz den Slalom gewann. "Wir erleben gerade eine Art 'Goldenes Zeitalter' im Schweizer Skisport. Es ist verrückt, was in den letzten Jahren passiert ist, und jeder sollte es so lange wie möglich genießen, denn es ist unwahrscheinlich, dass wir in den nächsten 10 Jahren auf diesem Niveau bleiben werden.".

Zweite fahrt entscheidet das rennen
Meillard beendete den alpinen Wettbewerb der Olympischen Spiele in Mailand Cortina mit einer Gesamtzeit von 1 Minute und 53,61 Sekunden. Er distanzierte Fabio Gstrein aus Österreich um 0,35 Sekunden, während Henrik Kristoffersen aus Norwegen die Bronzemedaille gewann. Das Rennen war jedoch alles andere als einfach. Die wechselnden Wetterbedingungen – von Schnee und Nebel zu Sonnenschein – und Stürze, wie der von Lucas Pinheiro Braathen aus Brasilien, der auf eine weitere olympische Goldmedaille hoffte, sorgten für Spannung.
Emotionale achterbahnfahrt: mcgraths ausraster
Besonders dramatisch war der Ausfall von Atle Lie McGrath aus Norwegen, der nach einem Fehler so wütend wurde, dass er seine Skistöcke über die Netze warf und dann frustriert vom Kurs abbog. Der emotional aufgeladene McGrath setzte sich anschließend nieder und atmete schwer. Sein Teamkollege Timon Haugan erklärte, dass McGrath in den letzten Tagen eine schwere Zeit durchmachte, da sein Großvater am Tag der Eröffnungsfeier gestorben war. Er trug ein Armband als Gedenken.
Traurige geschichte hinter dem ausfall
"Was er in den letzten 10, 12 Tagen durchgemacht hat, war wirklich hart", sagte Haugan. "Er war sehr traurig. Er fing an, sich zu verbessern, und heute erlebt er… wir müssen ihn heute wirklich unterstützen. Es ist einfach herzzerreißend. Er macht alles perfekt. Er fuhr eine sehr gute erste Fahrt und setzte sich in eine Position, um die olympische Goldmedaille zu gewinnen. Er macht alles richtig und dann passiert das in 15 Sekunden."
Kristoffersen versteht die emotionen
Kristoffersen verstand den Ausraster seines Teamkollegen. "Das ist Sport", sagte Kristoffersen, der bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang im Slalom führte, aber in der zweiten Fahrt ausschied. "Was wäre Sport ohne Emotionen?" Pinheiro Braathen hatte am Samstag Geschichte geschrieben, als er den Riesenslalom gewann und die erste Medaille für einen Athleten aus Südamerika bei Olympischen Winterspielen holte. Doch sein Ski rutschte in der ersten Fahrt weg, und seine Chance auf eine weitere Medaille war dahin.
Schweizer dominanz und ein abschied
Die Schweiz führte die Medaillenwertung im alpinen Skisport der Herren in Bormio mit acht Medaillen (vier Gold, zwei Silber und zwei Bronze) an. Österreich (zwei Silber) und Italien (Silber, Bronze) kamen jeweils auf zwei Medaillen, während Brasilien (Gold), die USA (Silber) und Norwegen (Bronze) jeweils eine Medaille mit nach Hause nahmen. Der starke Schneefall führte zu einem schwierigen Rennmorgen. Insgesamt nahmen 96 Athleten am Wettbewerb teil, darunter viele aus nicht-traditionellen Ski-Nationen. Von den 96 Athleten schieden 49 den Kurs aus, zwei wurden disqualifiziert und einer startete nicht. Für AJ Ginnis aus Griechenland war es ein symbolischer Lauf, da eine Knöcheloperation nicht richtig verheilt war und er nicht in der Lage war, so zu fahren, wie er es sich gewünscht hatte. Es war sein Abschiedslauf.
Vielfalt auf der strecke
Neben den etablierten Skinationen waren auch Athleten aus Jamaika (Henri Rivers IV), Singapur (Faiz Basha) und Mexiko (Lasse Gaxiola) am Start. Die Mutter von Gaxiola, Sarah Schleper, nahm ebenfalls an den Rennen in Cortina teil.
