Liverpool zieht gegen psg in revanche-fieber: wirtz droft mbappé & co.

Paris, passt auf. Liverpool kommt – und diesmal mit Florian Wirtz im Gepäck. Nach dem 4:0-Kantersieg gegen Galatasaray hat der Rekordmeister das Viertelfinale der Champions League erreicht, dort wartet der Titelverteidiger PSG. Die Franzosen hatten die Reds erst im Februar im Achtelfinale am Ende einer dramatischen Nacht mit Elfmeter-Krimi rausgeworfen. Anfield hat das nicht vergessen.

Slot schickt warnung nach paris

„Ich glaube nicht, dass sie sich freuen, gegen uns zu spielen“, sagt Arne Slot knapp nach dem Schlusspfiff. Der Coach spricht leise, aber die Botschaft ist laut. Seine Mannschaft hat sich in den letzten drei Wochen verwandelt: aus der Unsicherheit nach dem 0:1 in Istanbul wurde ein Ruck, der schon in der ersten Hälfte hätte mit 10:0 enden können. Hugo Ekitiké, gerade erst aus Frankfurt gekommen, lacht über seine eigene Übertreibung, meint sie aber so: „Wir haben ihnen den Ball nicht mehr zurückgegeben.“

Der Franzose trifft in der 52. Minute zum 2:0, 60 Sekunden später legt Ryan Gravenberch nach. Mohamed Salah erledigt in der 62. Minute den Schlusspunkt – und schreibt Geschichte als erster Afrikaner mit 50 Treffern im europäischen Elite-Wettbewerb. Dazwischen liegen noch zwei xG-Werte, die dem türkischen Keeper Fernando Muslera fast die Handschuhen ausziehen.

Wirtz kommt mit selbstvertrauen

Wirtz kommt mit selbstvertrauen

Florian Wirtz verlässt den Rasen in der 89. Minute, applaudiert, zieht sich ein Trainingsjackenänchen über den Kopf. Für ihn ist das Viertelfinale eine Premiere, für PSG ein Déjà-vu. In der vergangenen Saison war er es, der die Reds mit zwei Assists aus dem Wettbewerb warf. Diesmal will er die Rolle tauschen – und das weiß er auch. In den letzten fünf Pflichtspielen stehen vier Torbeteiligungen, seine Ballgewinnquote in der letzten dritten Zone liegt bei 64 %, ein Wert, den selbst Jude Bellingham diese Saison nur in Einzelspielen erreicht.

Slot wird vor allem die Mittelfeld-Duelle im Auge haben. Wirtz gegen Vitinha, Szoboszlai gegen Zaïre-Emery – dort entscheidet sich, ob Liverpool den Ballbesitz-Fußball der Franzosen stören kann. Die Statistik spricht für die Reds: In den letzten 17 Heimspielen in der K.o.-Phase gab es nur eine Niederlage, damals gegen Real Madrid. PSG hat in England seit 2020 nur einmal gewonnen – im selben Stadion, allerdings mit Mbappé-Hattrick. Ob der Franzose diesmal mittritt, ist offen; er laboriert an einer Adduktoren-Reizung.

Die Karten sind neu gemischt. Liverpool reist nicht als Underdog, sondern als Mannschaft, die gerade bewiesen hat, wie schnell sie eine Partie kippen kann. Die Fans auf der Kop singen bereits seit der 75. Minute „We’re going to Paris“ – und meinen nicht den Urlaub. Für Wirtz wird es ein Heimspiel im fremden Stadion: 22 Mal stand er in der Youth League im Parc des Princes, nie verlor er dort. Am 9. April will er diese Serie ausbauen – und PSG die zweite blutige Nase der Saison verpassen. Die erste setzte ihm schon Lille.