Liverpool scheitert an psg: ist slots isak-einsatz der geniestreich oder das desaster?
Liverpools Traum vom Champions-League-Triumph ist geplatzt. Nach dem 0:2-Debakel im Rückspiel gegen Paris Saint-Germain stehen die Reds vor dem Aus. Doch während die Verletzung von Hugo Ekitiké für zusätzliche Sorge sorgt, sorgt vor allem eine taktische Entscheidung von Trainer Arne Slot für heftige Diskussionen: Der Einsatz des gerade wiedergenesenen Alexander Isak.

Die rückkehr des schweden – ein fehler?
Isak, der im Dezember 2025 schwer verletzt war, feierte vor wenigen Tagen sein Comeback in der Königsklasse. Zunächst nur für kurze Einsätze in Liga- und Champions-League-Spielen, stand er am Dienstag überraschend in der Startelf gegen PSG. Eine Entscheidung, die sich als fatal erweisen sollte. Der Schwede überstand die erste Halbzeit, wurde dann aber ausgewechselt. Die Frage, die nun brennt: War Slot zu früh mit Isak in die Startelf gegangen?
Der ehemalige deutsche Nationalspieler Dietmar Hamann, eine Liverpool-Legende, äußerte sich bei Sky äußerst kritisch: „Wenn der drei Monate nicht spielt und dann kommt er gegen die beste Mannschaft Europas. Da soll er spielen. Und er will ihn nicht einwechseln, weil er dann möglicherweise die Verlängerung nicht spielen kann. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich habe vor dem Mann höchsten Respekt gehabt, aber so etwas habe ich noch nie gehört.“ Hamanns Worte treffen den Nagel auf den Kopf. Eine solche taktische Überlegung, die das Wohl des Spielers über den sportlichen Erfolg stellt, wirkt angesichts der Bedeutung des Spiels schlichtweg absurd.
Doch Slot verteidigte seine Entscheidung: „Ich habe vor dem Spiel gesagt, wenn du in die Verlängerung gehst und er in der zweiten Halbzeit spielt und 45 Minuten spielt, gibt es nur zwei Minuten dazwischen, bis die Verlängerung für eine halbe Stunde kommt. Aber 45 Minuten zu spielen und in der Halbzeit zu schauen, wie er sich fühlt, wenn er fünf bis zehn Minuten drauflegt, das war eine Möglichkeit.“ Eine Erklärung, die kaum überzeugen kann. Die Ungewissheit über die Fitness eines Spielers nach einer langen Verletzungspause ist ein Risiko, das man in einem so wichtigen Spiel kaum eingehen darf.
Auch französische Journalisten zeigen sich kritisch. Julien Laurens von BBC Radio 5 Live bezeichnete die Aufstellung als „völligen Schwachsinn“ und warf Slot vor, den Verein, die Mannschaft und die Fans enttäuscht zu haben. Stephen Warnock, ebenfalls ehemaliger Liverpool-Profi, betonte, dass Cody Gakpo in fünf Minuten mehr bewirkt habe als Isak in der gesamten ersten Halbzeit. Die Zeichen stehen eindeutig: Isaks Einsatz war keine Verstärkung, sondern eine Schwächung der Mannschaft.
Die Niederlage gegen PSG wirft einen langen Schatten auf Liverpools Saison. Neben der verpassten Chance auf den Champions-League-Triumph muss Slot nun auch die Kritik an seiner Taktik verkraften. Die Frage ist, ob er aus dieser Erfahrung lernen wird und in Zukunft seine Entscheidungen kritischer hinterfragt.
Die bittere Wahrheit: Liverpool scheiterte nicht nur an PSG, sondern auch an der eigenen taktischen Unklugheit. Die Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft in der Premier League bleibt, doch der Traum vom europäischen Triumph ist für diese Saison geplatzt. Und das alles, vielleicht, wegen eines Mannes, der nicht wieder ganz fit war.
