Liv golf: finanzielle schockwellen drohen – ist das ende nah?

Die Schlagzeilen überschlagen sich um die LIV Golf League. Nachdem Tyrrell Hatton beim Masters in Augusta zumindest einen Imageschaden abwenden konnte, scheint die Liga nun am Rande eines existenziellen Zusammenbruchs zu stehen. Während in Mexiko das Turnier von Chapultepec anläuft, brodeln hinter den Kulissen Gerüchte um eine mögliche Auflösung des umstrittenen Formats.

Rahms ausbleiben und die ungewöhnliche pressekonferenz

Ein erster Anzeichen für die Turbulenzen war die kurzfristige Absage der Pressekonferenz von Jon Rahm, dem aktuellen Spitzenreiter der LIV Golf Rangliste. Die offizielle Begründung lautete „technische Probleme“, doch die Gerüchteküche brodelte bereits. Auf der Plattform X kursierten Meldungen über einen „bomba“-artigen Ankündigung, die die Zukunft der Liga grundlegend verändern könnte.

Alan Shipnuck, ein renommierter Golfjournalist mit langjähriger Erfahrung, sprach gar von einer möglichen Einflussnahme durch den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman im Zusammenhang mit den aktuellen Spannungen mit dem Iran. Es wird von einer Dringlichkeitssitzung der Liga-Führung in New York berichtet, wobei die beteiligten Teams – Fireballs, Torque und Legión XIII – jegliche Kenntnis von diesem Treffen dementieren.

Die Spieler selbst wehren sich gegen die Vorwürfe, dass es zu verspäteten Zahlungen gekommen sein sollte. Sie beteuern, dass die finanziellen Verpflichtungen eingehalten werden. Doch die Realität sieht düster aus: Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender MARCA zufolge hat der Public Investment Fund (PIF) bereits 1,46 Milliarden Dollar an Verlusten in den vier Jahren seit der Gründung der LIV Golf verzeichnet. Eine Investition von schätzungsweise 5,3 Milliarden Dollar steht dahinter – Geld, das offenbar nicht die erhofften Erfolge bringt.

Die astronomischen summen und rahms rekordgewinn

Die astronomischen summen und rahms rekordgewinn

Die horrenden Summen, die in der LIV Golf fließen, sind schwindelerregend. Neben den lukrativen Verträgen, allen voran der von Jon Rahm, der über 300 Millionen Euro umfasst, werden pro Turnier 30 Millionen Dollar an die besten 57 Spieler ausgeschüttet. Allein Rahm hat in knapp zwei Jahren bereits 87,7 Millionen Dollar an Preisgeldern eingenommen. Diese Zahlen werfen die Frage auf, wie lange sich der PIF diese finanzielle Belastung leisten kann, ohne dass die Liga nachhaltig rentabel wird.

Es wird spekuliert, dass es zu Veränderungen in der Führungsebene kommen könnte, wenngleich ein Abgang von CEO Scott O'Neil, der Greg Norman ablöste, als unwahrscheinlich gilt. O'Neil hat in seiner Amtszeit bereits Erfolge erzielt, unter anderem eine erfolgreiche Partnerschaft mit Südafrika, an der sogar Präsident Cyril Ramaphosa beteiligt war. Doch die Geschichte zeigt: auch Deals mit arabischem Kapital können jäh beendet werden – wie das geplatzte Projekt der Olympischen Esports-Spiele 2027, bei denen der saudi-arabische Staat eine Investition von 12 Millionen Dollar zugesagt hatte. Die mangelnde Perspektive auf eine langfristige Lobby-Plattform für die regulären Olympischen Spiele führte zur abrupten Einstellung dieses Vorhabens.

Die Zukunft der LIV Golf hängt in der Schwebe. Bleibt abzuwarten, ob die Liga die finanziellen Turbulenzen überstehen und ihren Platz im Golfsport behaupten kann oder ob die saudische Investition letztendlich ein teurer Fehltritt bleibt.