Littler ballert den big fish doppelt und klaut mvg die show in berlin

Luke Littler stampfte am Mittwochabend in die Mercedes-Benz Arena, ließ sich 12.000 Pfiffe nicht anmerken und ging mit zwei perfekten 170-Finishes als Tabellenführer raus. Der 19-Jährige schlug Michael van Gerwen im Finale 6:4 und feierte seinen dritten Premier-League-Sieg innerhalb von sieben Spieltagen – ein Tempo, das selbst Phil Taylor blass werden lässt.

Die nacht, in der berlin littler verfluchte und dann anbetete

Der erste Pfeifkonzert war noch deutlich zu hören, als der „Nuke“ die Bühne betrat. Doch schon nach dem vierten Leg schwanden die Buhrufe, und nach dem ersten Big Fish war nur noch Ekstase zu spüren. 170 Punkte Rest, drei Darts, alles drin – Littler checkte, drehte sich zur Crowd und lächelte, als hätte er den Schalter für die Stimmung selbst in der Hand.

Van Gerwen wirkte kurz wie entzaubert, kam zurück auf 3:3, doch dann nahm Littler ihm erneut den Atem. Zweimal 170 in einem Match – das ist Lotto mit Steeldarts. „Ein Wahnsinns-Ding“, stammelte Sport1-Kommentator Basti Schwele, während Max Hopp nur den Kopf schüttelte: „Das ist kein Stich ins Herz, das ist ein kompletter Herzkatheter ohne Betäubung.“

Zahlen, die lügen können – aber diesmal nicht

Zahlen, die lügen können – aber diesmal nicht

Littlers Average im Finale lag bei 102,34, sein Turnieraverage bei 105,4. Er traf 44 Prozent der Doppel, verwandelte 60 Prozent der Checkout-Gelegenheiten über 100 Punkte und warf zwei perfekte Legs unter 12 Darts. Nebenbei schob sich der Engländer mit 14 Punkten an die Spitze der Tabelle, während van Gerwen bei 10 Zählern stehen bleibt und nun drei hintere Plätze nur noch über reines Rechnen trennen.

Der Niederländer selbst fand nach dem Match schnell wieder seinen Glamour: „Er hat mich heute einfach ausgekontert. So ist Darts – morgen ist eine neue Flugstunde.“ Doch die Flugstunde von Littler wirkt derzeit wie eine Nonstop-Verbindung in die Play-offs.

Josh rock erlebt sein berlin-déjà-vu

Josh rock erlebt sein berlin-déjà-vu

Neben dem Hauptdarsteller lieferte Josh Rock die Nebengeschichte des Abends. Der Nordire besiegte Jonny Clayton 6:3 und feierte seinen ersten Sieg in dieser Premier-League-Saison. Die 12.000 sahen, wie Rock sich die Augen reiben musste – nicht vor Müdigkeit, sondern vor Erleichterung. Endlich schlug auch er zurück, nachdem ihn die ersten sechs Spieltage wie ein Schatten begleitet hatten.

Doch letztlich war alles nur Vorspiel für den jungen Mann aus Warrington, der in Berlin seine eigene Diskografie erweiterte: zwei Big-Fish-Hits in einem Set – mehr Platz braucht die Playlist nicht.

Die Premier League reist weiter nach Newcastle, doch das Bild von Berlin wird der Liga lange erhalten bleiben: ein Teenager, der Pfiffe in Applaus verwandelt und zwei perfekte Pfeile versenkt, die selbst die deutsche Hauptstadt zum Schweigen bringen. Wenn das keine Warnung für den Rest des Feldes ist.