Lipowitz und evenepoel: erstes gemeinsames rennen in katalonien – und schon geht’s um die tour

Florian Lipowitz lacht, als er vom Trainingslager auf Teneriffa erzählt. „Wir verstehen uns gut – auf und neben dem Rad.“ Gemeint ist Remco Evenepoel, 24, Doppel-Olympiasieger, Belgien-Idol und seit diesem Winter Teamkollege bei Red Bull–Bora-hansgrohe. Am 23. März sitzen er und Lipowitz erstmals gemeinsam an der Startlinie eines WorldTour-Rennens: der Volta a Catalunya. Keine Show, kein Testlauf. Es geht direkt um die Tour de France.

Keine hierarchie, nur tempo

Das Team verzichtet auf eine klare Kapitänsrolle. Stattdessen setzt man auf Doppelspitze – ein Experiment, das im Juli kopiert wird, wenn es in Bilbao losgeht. Lipowitz warnt selbst vor falschen Erwartungen: „Ohne konkrete Resultate in Katalonien.“ Die Woche in Spanien ist ein Lehrgang mit Rennpuls. „Wir sammeln Erfahrungen fürs große Ziel“, sagt er. Selbstbewusst, aber ohne Pathos.

Die Saisonplanung wurde umgeschrieben. Nach der Tour 2024 war der Ulmer leer, krank, fertig. Diesmal folgt ein reduziertes Programm: Catalunya, Höhenblock im Mai (drei Wochen), Slowenien-Rundfahrt Mitte Juni, dann Ruhe. Die Schwachstelle? Explosive Lastwechsel. „An der Schwelle liege ich bei Pogačar, aber in den fünf-minütigen Vollgas-Brocken fehlt noch das letzte Prozent.“ Evenepoel, bekannt für blitzschnelle Attacks, liefert die Schablone.

Die stunde des starensembles

Die stunde des starensembles

Was wie ein harmloses Frühjahrswochenende klingt, ist ein Milliarden-Casino. Red Bull pumpt Geld in ein Projekt, das vor allem eins muss: funktionieren. Kein internes Gezerre, kein Medienkrach. Lipowitz’ Satz klingt wie ein Zitat fürs Jahrbuch: „Teamwork statt Konkurrenzkampf.“ Ob das auch gilt, wenn im Juli ein Berg hoch wie ein Wolkenkratzer kommt und nur ein Trikot gelb wird? Die Antwort folgt am 23. März – und dann erst recht am 4. Juli in Bilbao.