Linus straßer kritisiert olympia als 'sterile show' – scharfe worte nach slalom
- Enttäuschung nach dem rennen: straßer poltert gegen olympia
- „Absolut steril“: straßer kritisiert das ambiente
- Vergleich mit kitzbühel: das fehlende gefühl
- Verbotene umarmung: emotionale geste verweigert
- Keine lust mehr: straßer deutet rücktritt an
- Erinnerungen an peking: überraschend positiv
- Olympia-slalom im überblick
Enttäuschung nach dem rennen: straßer poltert gegen olympia
Linus Straßer zeigte sich nach seinem neunten Platz im olympischen Slalom in Mailand Cortina 2026 alles andere als zufrieden. Obwohl er unter schwierigen Bedingungen kämpfte und einen Rückstand von 2,35 Sekunden auf den führenden Norweger Atle McGrath einfuhr, ging ihm weniger um sein Ergebnis als vielmehr um das gesamte olympische Erlebnis.

„Absolut steril“: straßer kritisiert das ambiente
Im Interview mit Eurosport ließ Straßer seiner Frustration freien Lauf. „Es ist absolut steril“, polterte er. Er bemängelte vor allem die fehlende Nähe zu Familie, Freunden und Fans. „Meine Familie steht da irgendwo mittendrin mit allen Freunden, die ewig anreisen. Ich komme gar nicht zu denen“, klagte er. Die Tribünen seien zu weit entfernt, um eine echte emotionale Verbindung aufzubauen.

Vergleich mit kitzbühel: das fehlende gefühl
Straßer zog einen Vergleich zu Rennen wie in Kitzbühel, wo die Nähe zum Publikum und die ausgelassene Stimmung ein entscheidender Faktor seien. „Als Sportler will ich Emotionen erleben. Ich will das mit denen erleben. Da ist dieser Kessel mit Leuten, die völlig durchdrehen – das willst du als Sportler erleben. Aber das Erlebnis war einfach nicht gut.“

Verbotene umarmung: emotionale geste verweigert
Besonders schmerzhaft war für Straßer die verweigerte Möglichkeit, seinen Freund AJ Ginnis nach dessen letztem Rennen zu umarmen. Ginnis, der 2023 Vize-Weltmeister im Slalom wurde, kämpfte mit einer schweren Knöchelverletzung und fuhr seinen letzten Wettkampf. Ein Offizieller untersagte Straßer jedoch diese Geste der Verbundenheit. „Das ist typisch Olympia, oder? Lasst doch einmal irgendwas… aber gut, alles für die Show, für die sterile.“
Keine lust mehr: straßer deutet rücktritt an
Straßer machte deutlich, dass er mit der aktuellen Ausrichtung der Olympischen Spiele wenig anfangen kann. „Ich will nicht zu viel haten, aber ganz ehrlich: Ich kann darauf verzichten“, sagte er im ZDF. Sein Fazit: „Sagen wir mal, wie es ist: Es ist für’n Arsch.“ Er deutete an, dass Mailand Cortina 2026 sein letztes Olympisches Spiel gewesen sein könnte. „Wenn das der Genuss von Leistungssport sein soll, bin ich froh, dass das mein letztes Mal war.“
Erinnerungen an peking: überraschend positiv
Interessanterweise äußerte Straßer, dass die Spiele in Peking 2022 im Vergleich zu Mailand Cortina sogar positiver in Erinnerung geblieben seien. „Das Beste an den Spielen hier in Bormio ist eigentlich, dass ich jetzt merke, dass die Spiele in Peking gar nicht so schlecht waren. Die waren eigentlich cool – bis auf Corona. Aber das Drumherum mit anderen Athleten war cool.“
Olympia-slalom im überblick
| Platz | Athlet | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Henrik Kristoffersen | 1:45.23 |
| 2 | Sebastian Foss-Solevåg | 1:45.67 |
| 9 | Linus Straßer | 1:47.98 |
