Ligue verspielt sich in italien – disziplin statt spielzeit
Ein einziger Kurzeinsatz, dafür vier Wochen Negativ-Schlagzeilen: Junior Calixte Ligue schafft es auch in Mantova nicht, sich auf den Rasen zu reden. Die Serie B sollte seine Spielpraxis-Retourkutsche werden – stattdessen wird der Schweizer U21-Außenverteidiger zum Disziplin-Fall Nummer eins.
Training zu spät, fitness zu schwach
Was genau hinter den Mauern des Stadio Danilo Martelli passiert, wissen nur Beteiligte. Doch die Fakten sind hart: Ligue erschien verspätet zum Abschlusstraining, sein Körper erfüllt laut Vereinsangaben nicht die erwarteten Leistungsdaten, und die Scorerpunkte bleiben aus – weil er kaum spielt. Die Konsequenz: Trainer Giuseppe Scienza setzt ihn durchgehend auf die Tribüne. Seit seiner Ausleihe von Venezia an Mantova kam der 20-Jährige nur in der 89. Minute zum Kurzeinsatz gegen Cosenza. Mehr Spielzeit hatte er beim Busbegleiter.
Der Fall klingt nach Déjà-vu. Schon bei seinem Stammklub FC Zürich musste Ligue wegen wiederholter Disziplinlosigkeiten ran: zu spät, zu laut, zu unkonzentriert. Das Potenzial – Tempo, Dribbling, linkes Bein – haben Scouts schon in der Youth League gelobt. Doch Stoff dafür liefert er nur am Rande.

Seine u21-kollegen laufen davon
Die Schweizer U21 staffiert sich für die EM-Qualifikation neu. Nationaltrainer Patrick Rahmen verbannte Ligue zuletzt in die «vorerst nicht berücksichtigt»-Kategorie. Während sich andere Young Boys um internationale Minuten drängen, sitzt Mantovas Leihspieler vor dem Fernseher. Die Serie B ist ein 20-Mann-Kader. Wer nicht liefern kann, rutscht durch.
In Lausanne und Luzern beobachten Sportchefs den Zwischenfall genau. Beide Klubs suchen nach dynamischen Außenverteidigern, doch kein Schweizer Topclub will sich derzeit ein zweites Mal mit Ligue verbandeln. Seine Berater verhandeln deshalb mit Klubs aus Belgien und den Niederlanden – dort hofft man, eine motivierte Neuanfangsumgebung zu finden.
Für Ligue tickt die Uhr. Sein Leihvertrag läuft im Juni 2025 aus, danach kehrt er zu Veneziazurück – wenn die Italiener ihn überhaupt noch vermissen. Bis dahin muss er liefern: entweder Tore, Assists oder zumindest pünktliches Erscheinen. Sonst bleibt von seinem Talent nur ein Satz in den Notizen von Scout-Datenbanken: »Gutes Bein, schlechtes Timing.«
