Lichtenstein schlägt aue: der lucky punch, der ganz sachsen verrückt macht

Der SSV Fortschritt Lichtenstein hat den FC Erzgebirge Aue aus dem Sachsenpokal geknockt. 3.000 Fans im Jahn-Stadion sahen, wie der Landesklasse-Klub den Drittligisten mit 2:1 aus dem Turnier warf. Das Tor zum 2:1 fiel in der 88. Minute – ein Treffer, der ganz Sachsen erzittern lässt.

Die zahlen, die alles sagen

Vier Ligen Unterschied, ein Budget im Verhältnis 1:20, und trotzdem stand am Ende der Underdog oben. Lichtenstein hatte vorher schon Lipsia Eutritzsch und den Dresdner SC rausgeschmissen – beide Landesligisten, beide mit ähnlichem Ende. Trainer Julius Michel hatte vor dem Spiel gesagt: „Wir brauchen einen Lucky Punch.“ Er bekam ihn. Und wie.

Aue dagegen bleibt das ganze Jahr sieglos. Der drohende Abstieg aus der 3. Liga schien die Mannschaft zu lähmen. Trainer Pavel Dochev stellte seine beste Elf auf, doch die Veilchen wirkten ideenlos, als Lichtenstein in der 75. Minute zum 1:1 ausglich. Die Elf aus dem Erzgebirge hatte 72 Prozent Ballbesitz – und trotzdem nur eine echte Chance.

Der moment, der alles entschied

Der moment, der alles entschied

Die 88. Minute. Eckball für Lichtenstein. Aues Torwart Tim Schreiber kommt raus, bleibt hängen, und Lukas Großmann köpft ins leere Tor. Das Stadion explodiert. Zuschauer laufen auf den Platz, die Polizei kann sie kaum aufhalten. Für Lichtenstein ist es das dritte Pokal-Wunder dieser Saison. Für Aue der Tiefpunkt einer Saison voller Tiefs.

Die Moral der Geschichte? In Sachsen zählt nicht das Budget, sondern der Wille. Und der kann in einem einzigen Spiel alles umkrempeln. Der SSV Fortschritt Lichtenstein steht jetzt im Halbfinale – und ganz Sachsen fragt sich: Wenn die das schaffen, was ist dann noch unmöglich?