Leverkusen verschenkt den anschluss: nur ein sieg in neun spielen – hjulmand kassiert prügel

Der Tabellenkeller nagt am Europapokal-Traum. Bayer Leverkusen liefert beim 3:3 in Heidenheim den Beweis, dass 2:0-Führungen keine Garantie für Punkte sind, sondern für Selbstzufriedenheit.

Andrich rastet nach dem 2:0-patzer

Robert Andrich schlägt mit der Faust aufs Mikro: „Wir zocken nur ein bisschen rum, das reicht nicht.“ Der Kapitän hat den Foulelfmeter zum 2:2 verschuldet, sich selbst an die Wand gestellt und dennoch klar gemacht, dass die Haltung stimmen muss. Die Werkself hat in neun Pflichtspielen nur einmal gewonnen – ein Sieg gegen den Abstiegskandidaten wäre Pflicht gewesen.

Mark Flekken schüttelt den Kopf. Der Niederländer fasst die Lage in ein Satz: „Wenn du um die Champions League kämpfst, darfst du solche Spiele nicht herschenken.“ Die Zahler liefern das Protokoll: fünf Unentschieden aus den letzten sechs Bundesliga-Partien, vier Punkte Rückstand auf Platz vier.

Hjulmand spürt den atem der kritik

Hjulmand spürt den atem der kritik

Kasper Hjulmand räumt ein, dass „Druck da ist“. Der dänische Trainer muss seine Mannschaft nun jagen lassen, nicht mehr steuern. Die Länderspielpause wird zur Zitterpause, denn danach kommt der VfL Wolfsburg, Tabellen-Vorletzter, aber gerade erst mit neuer Moral. Leverkusen droht, sich selbst aus dem Rennen zu werfen.

Die Saison war einst als Angriff auf die Spitze geplant, endet vielleicht in der Mittelmäßigkeit. Wer gegen Absteiger patzt, verschenkt nicht nur Punkte – er verschenkt das Vertrauen der Fans. Und das kostet am Ende mehr als die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb.