Kehl jubelt nach bvb-meister-comeback: „hamburg an die wand gespielt“
Zwei Tore hinten, Kurve verstummt, Stadion dampft. Dann dreht Borussia Dortmund einen 0:2-Rückstand gegen den Hamburger SV in 21 Minuten um und feiert am Ende einen 3:2, der sich anfühlt wie ein Titel.
Sebastian Kehl atmet tief durch. „Was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, war richtig, richtig stark. Das war ein total verdienter Sieg“, sagt der Sportdirektor, noch immer mit Rauch der Feuerzeuge in der Nase. Nach der Pause hätten sie „Hamburg an die Wand gespielt“. Seine Stimme wird rauer: „Wir hätten noch mehr Tore schießen müssen.“

Die zahlen, die den bvb-geist messen
61 Punkte nach 27 Spielen – so viel Durchschlagskraft hatte noch keine Dortmunder Mannschaft in dieser Phase. Der Schnitt: 2,26 Zähler pro Partie. Der Haken: Bayern München sprintet mit 70 Punkten durch die Saison wie auf Schienen. Kehl lacht bitter: „Wir machen alles richtig und liegen trotzdem neun Punkte hinten. Das ist Wahnsinn.“
Die Wende begann mit einem Klick in der Kabine. Nuri Sahin schaltete die Sechser-Position um, setzte Emre Can als zusätzlichen Libero zwischen die Innenverteidiger. Der Effekt: Hamburg fand keine Lücke mehr, Dortmund gewann zweite Bälle und damn die Kontrolle. Die erste Großchance nach dem Seitenwechsel – Kopfball Guirassy – war erst der Auftakt.
Ramy Bensebaini verwandelte zweimal vom Punkt, Serhou Guirassy stocherte den Siegtreffer rein. Die Südtribüne tobte, die Hanseaten taumelten. „Das hat den Menschen eine Menge Spaß gemacht“, sagt Kehl. „Wir mussten eine Reaktion zeigen – und haben sie gezeigt.“
Die Saison ist noch lang, der Rückstand groß. Aber Dortmund hat bewiesen, dass sie auch mit dem Rücken zur Wand tanzen können. Und wenn Bayern einmal stolpert, sind sie bereit, zuzuschlagen. Der Meister kommt nicht zur Ruhe.
