Letzte generalprobe: oviedo will heimrecht klauen, ourense bloß noch ehrgeiz

Wenn am Freitagabend um 21.00 Uhr der Ball in der Pabellón Paco Paz hochgeworfen wird, spielen nur noch die Gäste um alles. Alimerka Oviedo CB reist mit Koffer voller Playoff-Ambitionen nach Galicien, während Cloud.gal Ourense nach dem 84:93-Erfolg gegen Melilla nur noch die eigene Ehre und 2.500 Zuschauer im Nacken hat.

Oviedo zittert um heimvorteil

Die Asturier schielen auf Platz fünf. Ein Sieg in Ourense plus eine gleichzeitige Niederlage von Gipuzkoa in Obradoiro würde ihnen das Heimrecht im Viertelfinale gegen eben jene Basken bescheren. Trainer Guillermo Arenas hat deshalb seine Rotation auf sieben Minuten runtergedampft – keine Sekunde soll vertan werden. „Wir fahren nicht nach Galicien, um Tourist zu spielen“, sagte Kapitän Álex Reyes nach dem Abschlusstraining. Die Basketball-Schmiede aus der Stadt der Kathedrale gewann vier der letzten fünf Spiele, die Defense liegt seit Mitte März bei 74,3 Punkten pro Spiel.

Die Zahlen sprechen klar: Oviedo führt die Liga in Defensive Rating (104,2) und erlaubt nur 28 % Dreierquote. Genau diese Waffe zog Ourense gegen Melilla: 13/26 von jenseits der Linie, Saisonrekord. Doch das war nur ein erster Schritt, um die peinliche Serie von sechs Niederlagen zu stoppen. Jetzt geht es ums Prestige.

Ourense spielt die störenfriede

Ourense spielt die störenfriede

Die Gastgeber haben nichts mehr zu verteidigen, außer das Gesicht. Sportchef Yago Casal laviert zwischen Nachwuchs und Erfahrung: Der 19-jährige Guardián Martín zum ersten Mal in der Startformation, Veteran Nacho Martín soll mit 34 Jahren die Pick-and-Roll-Maschine am Laufen halten. „Wenn wir das Heimrecht verspielen, wollen wir wenigstens dafür sorgen, dass sich niemand auf uns freut“, sagt Casal. Die Fans haben alle restlichen Tickets gekauft – 90 Minuten nach Bekanntgabe war das Haus ausverkauft.

Die letzte Begegnung beendete Oviedo mit 87:79, damals dominierte Jaime Fernández mit 24 Punkten und 11 Assists. Doch der Playmaker laboriert an einer leichten Oberschenkelzerrung, seine Einsatzzeit steht auf Messers Schneide. Ohne ihn sinkt die Ballgeschwindigkeit der Asturier um 8 %, das Offensive Rating bricht um 11,7 Punkte ein. Ourense kennt die Zahlen, Verteidigungscoach Rafa Vidaurreta hat in dieser Woche 45 Minuten Filmmaterial geschnitten – nur für die Fernández-Switches.

Am Ende zählt ein einzelnes Ergebnis. Gewinnt Oviedo, reist das Team als Nummer fünf in die K.o.-Phase. Verliert es, droht der sechste Platz – und damit eine Auswärtsserie gegen eins der Top-Teams. Für Ourense bleibt nur die Aussicht, einem Playoff-Kandidaten die Suppe zu versalzen. Manchmal ist das genug, um ein ganzes Jahr zu retten.