Lépaul trotzt widrigkeiten: vom drama zur spitze der ligue 1

Esteban Lépaul, ein Name, der in der Ligue 1 derzeit für Furore sorgt, hat eine Lebensgeschichte, die an einen Roman erinnert. Der Stürmer von Stade Rennes ist nicht nur Torschützenkönig, sondern auch ein Beispiel für unbändige Willenskraft und die Fähigkeit, aus Tragödien gestärkt hervorzugehen.

Die schatten der vergangenheit: verlust und neuanfang

Die schatten der vergangenheit: verlust und neuanfang

Vor einigen Jahren erlebte Lépaul ein Trauma, das ihn für immer prägen sollte: den Tod seines Vaters, Fabrice, einem ehemaligen Fußballspieler von Auxerre, nach einem schweren Verkehrsunfall – dem zweiten in seinem Leben. Diese Erfahrung, verbunden mit der schwierigen Zeit während der COVID-19-Pandemie, die ihn abrupt aus Lyon und ohne Verein zurückließ, hätte jeden gebrochen. Doch Lépaul fand einen Weg zurück, zunächst in der Vierten Liga bei Épinal, wo er sich Schritt für Schritt hochtrieb.

Seine Leistungen blieben nicht unbemerkt, und im vergangenen Sommer folgte der Transfer zum Stade Rennes für eine Ablösesumme von 13,5 Millionen Euro. Eine Summe, die nicht nur seine sportliche Entwicklung widerspiegelt, sondern auch die Geschichte eines Kämpfers, der sich durch unermüdlichen Einsatz seinen Traum erfüllt.

In seiner ersten Saison in Roazhon Park hat Lépaul die Erwartungen übertroffen. Mit beeindruckenden 19 Treffern führt er die Torschützenliste der Ligue 1 an – und das bei 32 Einsätzen. Fünf Vorlagen unterstreichen seine Vielseitigkeit und sein Verständnis für das Spiel. Doch nun hat Lépaul eine weitere Hürde zu überwinden: Er wurde von der UNFP (Union Nationale des Footballeurs Professionnels) für die Wahl zum Spieler des Jahres übersehen.

Ein Versehen, das in der französischen Fußballszene für Diskussionen sorgt. Stattdessen wurden Ousmane Dembélé, Nuno Mendes und Vitinha (PSG), Florian Thauvin (Lens) und Mason Greenwood (Olympique Marseille) nominiert. Lépaul selbst nimmt die Entscheidung gelassen entgegen: „Ich verstehe es nicht, aber es stört mich nicht. Es wurden gewählt, ich bin nicht dabei – ab zum nächsten Spiel.“

Er konzentriert sich auf das Wesentliche: den Titel des Torschützenkönigs. „Ich denke darüber nach, es wäre eine schöne Belohnung für diese Saison“, so Lépaul. Der Kampf um den Titel ist knapp: Lépaul (Rennes) liegt mit 19 Toren vor Joaquín Panichelli (Straßburg) mit 16 Toren, gefolgt von Mason Greenwood (Olympique Marseille) mit 15 Toren, Folarin Balogun (Monaco) mit 13 Toren und Odsonne Édouard (Lens) mit 12 Toren.

Auch Djibril Cissé, ehemaliger Stürmerstar, zeigte sich überrascht von Lépauls Nichtnominierung: „Ich hätte ihn unbedingt dabei gehabt. Ich bin ein großer Fan von ihm! Er weiß, dass ich seine Leistungen schätze und oft mit ihm telefoniere. Er hat das Zeug, für die französische Nationalmannschaft zu spielen.“

Lépauls Ausbleiben ist nur eine von mehreren Überraschungen bei den Nominierungen. Zahlreiche andere talentierte Spieler wie Joao Neves, Achraf, Doué, Kvaratskhelia (PSG), Panichelli (Straßburg), Thomasson, Udol und Sangaré (Lens) wurden ebenfalls übergangen.

Während Luis Enrique (PSG), Paulo Fonseca (Olympique Lyon), Olivier Pantaloni (Lorient), Bruno Génésio (Lille) und Pierre Sage (Lens) um den Titel des besten Trainers konkurrieren, kämpfen Dominik Greif (Olympique Lyon), Mike Penders (Straßburg), Robin Risser (Lens), Brice Samba (Rennes) und Hervé Koffi (Angers) um die Auszeichnung als bester Torwart. Die Talente Valentín Barco (Straßburg), Ayyoub Bouaddi (Lille), Warren Zaïre-Emery (PSG), Désiré Doué (PSG) und Joao Neves (PSG) buhlen um die Ehrung als bester Nachwuchsspieler.

Und schließlich die Kategorie „Bester Französischer Spieler im Ausland“: Hier scheint es sich um einen Zweikampf zwischen Kylian Mbappé (Real Madrid), Michael Olise (Bayern), Rayan Cherki (Manchester City), Hugo Ekitike (Liverpool) und William Saliba (Arsenal) zu handeln. Die Entscheidung fällt am 11. Mai im Palais Brongniart.

Esteban Lépaul hat bewiesen, dass Rückschläge nicht das Ende bedeuten müssen. Sein Aufstieg aus der Tiefe des Leids zum gefürchtetsten Stürmer der Ligue 1 ist ein inspirierendes Beispiel dafür, dass Durchhaltevermögen und Leidenschaft Berge versetzen können. Lépauls Geschichte ist ein Beweis dafür, dass der Sport manchmal mehr ist als nur ein Spiel – er ist ein Spiegelbild des menschlichen Geistes.