Lepaul stürmt an die spitze: tragische familiengeschichte beflügelt rennes' angreifer
Esteban Lepaul, der junge Stürmer von Stade Rennes, hat mit einem Doppelpack gegen den FC Brest (3:4) nicht nur seinen Verein unterstützt, sondern auch die Torjägerliste der Ligue 1 erobert. Mit nun 16 Treffern teilt er sich die Spitze mit dem verletzten Joaquín Panichelli – ein bemerkenswertes Kapitel in einer Karriere, die von persönlichem Leid geprägt ist.

Ein vermächtnis im fußball – und ein tragischer verlust
Der Name Lepaul ist im französischen Fußball kein Unbekannter. Sein Vater, Fabrice Lepaul, war einst ein gefeierter Spieler von RC Auxerre, gewann dort Titel und stand kurz vor der Nationalmannschaft. Doch eine schreckliche Verkehrsunfall im Jahr 1997 beendete seine Karriere abrupt und verwandelte das Leben seiner Familie für immer. „Mein Vater fuhr mit einem halben Schädelbruch und unzähligen Knochenbrüchen davon. Er lag fünfzehn Tage im Koma. Die erste Diagnose war, dass er auf einen Rollstuhl angewiesen sein würde und nie wieder laufen würde“, erinnert sich Esteban in einem bewegenden Interview mit L’Équipe. Der Schock war immens, die Rehabilitation mühsam, doch Fabrice kämpfte sich zurück ins Leben – verlor jedoch seine Leidenschaft für den Fußball.
Die Tragödie schlug erneut zu, als Fabrice im Mai 2020 einem weiteren Verkehrsunfall zum Opfer fiel. „Ich kam zu einem Krankenhaus und zwei Chirurgen sagten mir: ‚Wir müssen mit Ihnen sprechen.‘ Sie sagten, er habe eine tiefe Kopfverletzung, stark geblutet, einen Hirntod erlitten und würde nicht aufwachen“, berichtet Esteban. Der Verlust seines Vaters, so jung und unerwartet, war ein schwerer Schlag.
Doch statt den Traum vom Fußball aufzugeben, schien der Schicksalsschlag Esteban zu beflügeln. Nach einer kurzzeitigen Station bei Épinal in der National 2 – der vierten Liga Frankreichs – gelang ihm der Durchbruch beim Angers SCO, wo seine Torjägerqualitäten sofort ins Auge fielen. Für 13,5 Millionen Euro wechselte er schließlich zu Stade Rennes.
„Mein Name hat mir keinen Vorteil verschafft“, betont Lepaul. „Wir sind zu unterschiedlich. Er war ein kleiner, linksfüßiger Flügelspieler, ich bin ein Mittelstürmer, größer und rechtsfüßig.“ Er bricht eine Lanze für seine eigene Leistung und den unermüdlichen Kampf, der ihn an die Spitze der Ligue 1 geführt hat.
Jedes Tor, das Esteban Lepaul erzielt, wird mit einem Blick gen Himmel gefeiert – eine stille Geste der Dankbarkeit und des Gedenkens an seinen Vater. „Die Menschen, die uns verlassen, beobachten uns immer. Ich bin davon überzeugt“, erklärt der aktuelle Torschützenkönig der Ligue 1 – im Namen seines Vaters.
