Leonie walter schlägt zurück: bronze nur 24 stunden nach dem drama

12 Stunden Trainingsverzicht, 17 Kilo Pulverfahrt – und trotzdem sprintet Leonie Maria Walter am Mittwochvormittag über die 10 km von Toblach, als wäre nichts gewesen. Die 22-jährige Schwarzwälderin prescht mit Guide Christian Krasman auf Rang drei, holt ihre zweite Bronze bei diesen Spielen und spült den Geschmack von Dienstag aus dem Munde. Denn da war sie Zweite, wurde dann aber wegen eines Technikwechsels von Krasman im Anstieg disqualifiziert. Der deutsche Protest blieb erfolglos.

Die revanche kam mit 57 sekunden vorsprung

Die revanche kam mit 57 sekunden vorsprung

Walter lag heute fast sechs Minuten hinter der übermächtigen Russin Anastasija Bagijan, kassierte trotzdem Applaus, als hätte sie Gold geholt. Die Zuschauer wissen: Diese Bronze wiegt doppelt. Sie ist die sechste Medaille für Walter, die vierte für Team D – und die erste, die sie sich nach einem Regelriss selbst erkämpft hat. Dahinter folgt Linn Kazmaier, die von der Sprint-SDQ profitiert hatte und Silber kassierte, heute auf Platz fünf. Ihr junges Tempo brach sich auf den letzten drei Kilometern, 8:14 Minuten Rückstand stehen in der Liste, nicht im Kopf.

Bagijan sammelt indes ihre vierte Goldmedaille, Russland zieht im Medaillenspiegel mit 4-0-0 davon. Team D folgt mit 1-4-6 – eine Bilanz, die sich am Freitag verschieben könnte. Denn Johanna Recktenwald, Deutschlands Sportlerin des Jahres, verzichtete heute vorsichtshalber auf den Mitteldistanz-Start. Sie will bei der Sprintverfolgung im Biathlon zurückkehren. Dort könnte sich die Farbe der deutschen Plaketten erneut ändern.