Lemgo ärgert sich: wagner kritisiert eigene leistung nach niederlage

Die Enttäuschung ist greifbar in Lemgo: Nach der knappen 26:27-Niederlage gegen die MT Melsungen muss sich nun auch Hendrik Wagner, Leistungsträger des TBV Lemgo Lippe, selbstkritisch äußern. Während Melsungen im Kampf um die europäischen Plätze einen wichtigen Schritt nach vorne macht, scheint Lemgo in der Ergebnistabelle festzuhalten – und das trotz einer kämpferisch starken Leistung.

Wagner nimmt sich selbst ins visier

Wagner nimmt sich selbst ins visier

„Extrem groß“ war die Enttäuschung bei Wagner nach dem Spiel. Die Anfangsphase deutete auf einen Lemgo-Erfolg hin, doch dann offenbarte der Rückraumspieler deutliche Schwächen: „Wir sind sehr gut ins Spiel gestartet. Dann habe ich leider ein paar Bälle verworfen – da muss ich mir selbst an die eigene Nase fassen. Mein Abschluss war heute ganz, ganz schlecht.“ Diese individuellen Fehler wirkten sich unmittelbar auf den Spielverlauf aus und ermöglichten es Melsungen, wieder ins Spiel zurückzukommen. Das ist bitter, besonders wenn man bedenkt, wie überzeugend die Mannschaft insgesamt agierte.

Die Diskussion um die Schiedsrichterleistung oder die Härte der Melsunger Abwehr, die bereits zuvor Filip Jicha auf die Palme gebracht hatte, möchte Wagner jedoch nicht schüren: „Die Schiedsrichter haben eine sehr gute Linie gehabt und wir hatten gute Chancen. Wir haben sie nur nicht genutzt.“ Die Verantwortung für die Niederlage sieht er primär bei sich selbst und seinen Mitspielern.

Es war ein Spiel auf Augenhöhe, das pendelte zwischen Lemgo und Melsungen. „Ich finde, das Spiel kann auf beide Seiten gehen“, so Wagner, der die knappe Niederlage als äußerst frustrierend empfindet. Die Hoffnung auf einen Champions League Platz, die Lemgo lange gehegt hatte, schrumpft mit jedem Spiel.

Trotzdem verliert sich in Lemgo keine Panik. „Wir machen uns nicht zu viel Kopf“, betont Wagner. Die Saison wird als insgesamt sehr gut bewertet, die harte Arbeit im Training soll fortgesetzt werden. Das Fehlen von Lukas Hutecek, dem erfahrenen Leader, sei zwar spürbar gewesen, doch das Team sei entschlossen, die kommende Phase erfolgreich zu meistern. „Wir haben heute gegen eine sehr gute Mannschaft aus der Bundesliga gespielt. Und ich finde, wir haben uns sehr gut geschlagen.“

Die MT Melsungen hat sich mit dem Sieg bis auf drei Zähler an Lemgo herangegangen. Die Partie war ein echter Euro-Krimi und zeigt, wie eng die Verfolgergruppe in der Handball-Bundesliga beieinander liegt. Der TBV Lemgo Lippe hat zwar aktuell etwas Pech, aber die Entschlossenheit, sich zurückzukämpfen, ist unverkennbar. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob die Mannschaft die nötige Konstanz aufbringen kann, um den Anschluss an die Spitze zu halten. Und Hendrik Wagner wird zweifellos daran arbeiten, seine Abschlussleistung zu verbessern – denn nur so kann Lemgo seine Ambitionen im Kampf um die europäischen Plätze wirklich verwirklichen.