Le-mans-traum wird wahr: stuttgarter rennfahrer gehrsitz im millionen-auto am start!

Steinenbronn – Der Duft von Maultaschen und der Klang von Familie liegen in der Luft, doch Finn Gehrsitz hat nur Augen für Le Mans. Der 21-jährige Stuttgarter steht kurz vor dem größten Rennen seines Lebens, dem 24-Stunden-Rennen in Frankreich, und lässt sich im Familienrestaurant von der Aufregung überwältigen.

Ein heimatstück vor dem großen abenteuer

Umgeben von seinen Eltern Siglinde und Andreas, seiner Freundin Diana und den Geschwistern, die in der Gaststätte arbeiten, genießt Finn Gehrsitz die ruhige Atmosphäre. Hier, im Herzen seiner Familie, findet er Kraft und Erdung vor dem Sprung in die Welt der Highspeed-Rennsport.

Die Leidenschaft für den Motorsport wurde bei ihm früh entfacht. Schon mit fünf Jahren saß er das erste Mal in einem Go-Kart und mit dreizehn Jahren drehte er mit seinem Vater in einem Porsche mit fast 500 PS Runden auf der Rennstrecke. „Das Autofahren fiel leicht, das Parken war die Herausforderung“, schmunzelt Gehrsitz, der im Keller seiner Eltern noch Lego-Sportwagen aus seiner Kindheit aufbewahrt.

Ein Millionen-Auto und ein steiler Weg: Gehrsitz fährt für das McLaren-Team „Garage 59“ und rechnet sich beim 24-Stunden-Rennen durchaus Erfolgschancen aus. Doch der Weg dorthin war lang und kostspielig. „Der Rennsport erfordert schon von klein auf ein hohes Budget“, so Gehrsitz. „Die finanzielle Investition ist ein negativer Punkt.“

Sein Team besteht aus knapp 100 Personen, und die Kosten für Logistik, Übernachtung und Verpflegung sind enorm. Allein für das Rennen benötigt sein Auto rund 24 Reifensätze, jeder Reifen kostet um die 3.000 Euro. Das Auto selbst hat einen Wert von schätzungsweise einer Million Euro.

Mentale stärke und familiäre unterstützung

Mentale stärke und familiäre unterstützung

Finn Gehrsitz weiß, dass das Rennen in Le Mans nicht nur eine körperliche, sondern vor allem auch eine mentale Herausforderung darstellt. „Sobald es auf die Strecke geht, sind alle Augen auf dich gerichtet. Man fährt extrem am Limit und darf es trotzdem nicht übertreiben.“ Seine Freundin Diana unterstützt ihn dabei, die Nervosität zu kontrollieren. „Er hat angefangen, sich nachts um drei Uhr den Wecker zu stellen, um am Simulator zu fahren“, erzählt sie lachend. „Das ist eine Sache, an die man sich nie gewöhnt.“

Gehrsitz hat aus vergangenen Erfahrungen gelernt. Im Vorjahr schied er kurz vor Schluss des Rennens aus. „Damals ist mir die Welt zusammengebrochen“, erinnert er sich. „Aber ich habe daraus gelernt und will es jetzt mit McLaren besser machen.“

Mit einer Mischung aus Nervosität und Zuversicht blickt Finn Gehrsitz dem Rennen in Le Mans entgegen. Er fährt gegen die Söhne von Rennsportlegenden wie Rubens Barrichello und Mick Schumacher. Die Unterstützung seiner Familie und die harte Arbeit der letzten Jahre haben ihn dorthin geführt, wo er heute steht: kurz davor, seinen Traum zu leben. Und das im Wert von Millionen.