Leistungssport-familien: der stille held hinter jedem triumph
Während die jubelnden Fans den Namen des Athleten feiern, bleibt oft die Familie im Schatten – die unsichtbare Kraft, die den Erfolg ermöglicht. Die Geschichte der Familie Scholtes aus der Region Trier wirft ein Schlaglicht auf den immensen Einsatz, der hinter einer jungen Sportkarriere steckt, und zeigt, dass Leistungssport mehr ist als nur Training und Wettkampf.
Verzicht und organisation: ein familienunternehmen
Finn-Lucas Scholtes, ein aufstrebender Speedkletterer, steht kurz vor der Jugend-WM in Italien. Doch sein Erfolg ist das Ergebnis eines enormen Aufwands seiner Eltern, Ines und Heinrich. Ines musste ihren Job in einer Kindertagesstätte aufgeben, um die Bedürfnisse ihres Sohnes optimal zu unterstützen. Heinrich baut sogar eine Kletterwand in der Lagerhalle seines Unternehmens, um das Training auch unter schwierigen Bedingungen zu gewährleisten. „Es bleibt vieles auf der Strecke“, gesteht Heinrich, „aber die Freude über Finns Fortschritte ist unbezahlbar.“
Die Familie Scholtes ist kein Einzelfall. Immer mehr Eltern stehen vor der Herausforderung, Beruf, Familie und die sportlichen Ambitionen ihrer Kinder unter einen Hut zu bringen. Die Belastung ist oft enorm, die Unterstützung durch Vereine und Verbände rar.

Deutsche sporteltern gmbh: ein netzwerk für familien
Doch es gibt Hoffnung. Die „Deutsche Sporteltern GmbH“ in Baden-Baden bietet eine Plattform für Sporteltern, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und professionelle Unterstützung zu erhalten. Achim Frommann, Gründer des Unternehmens, kennt die Herausforderungen aus erster Hand: „Wir möchten Eltern stärken, damit sie mit den Verantwortlichen im Sportsystem auf Augenhöhe kommunizieren können.“ Webinare, Live-Veranstaltungen und Stammtische bieten die Möglichkeit, Wissen zu teilen und neue Kontakte zu knüpfen.
Auch prominente Sportlerinnen und -sportler unterstützen die Initiative. Giulia Gwinn, DFB-Kapitänin und Partnerin von Constantin Frommann, betont die Bedeutung der elterlichen Unterstützung: „Es ist wichtig, die Eltern mit ins Boot zu nehmen, wenn es um Entscheidungen der Kinder geht.“
Die Familie Scholtes hat durch das Netzwerk der Sporteltern neue Perspektiven gewonnen und sich entlastet gefühlt. „Man merkt, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist“, sagt Ines Scholtes.
Letztendlich steht bei all dem Engagement eine einfache Wahrheit im Raum: Der Athlet steht im Mittelpunkt. Und während die Familie im Hintergrund agiert, ist es ihr Ziel, die Träume ihres Kindes zu verwirklichen – ein stiller, aber unersetzlicher Beitrag zum Erfolg.
