Marin: vom fußballflitzer zum erfolgstrainer – fast unbemerkt!
Marko Marin, einst gefeierter Spielmacher und Nationalspieler, hat sich im Hintergrund eine bemerkenswerte Karriere aufgebaut. Während seine Zeit auf dem Platz noch lebendig in Erinnerung ist, bleibt sein aktueller Erfolg als Sportdirektor bei Roter Stern Belgrad fast unbemerkt – ein Umstand, der den 37-Jährigen selbst überrascht.

Die frühen jahre: ein glänzender stern in gladbach
Viele Fußballfans erinnern sich an Marko Marin als den jungen Wirbelwind, der bei Borussia Mönchengladbach sein Debüt feierte. Seine spielerische Eleganz und sein dynamischer Stil erinnerten bereits damals an den späteren Marco Reus. Doch seine Reise führte ihn weit über die Bundesliga hinaus – nach Werder Bremen, zum FC Chelsea und schließlich bis nach Saudi-Arabien und Budapest.
Was viele nicht wissen: Marin hat sich in Belgrad zu einer prägenden Figur entwickelt. Seit 2023 arbeitet er als Technischer Direktor von FK Crvena zvezda, besser bekannt als Roter Stern Belgrad, und führte den Verein bereits vier Mal in Folge zum serbischen Double aus Meisterschaft und Pokal. Eine Erfolgsbilanz, die in Deutschland kaum Beachtung findet.
„Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass in Deutschland natürlich viel stärker auf die großen Topligen geschaut wird“, erklärt Marin gegenüber Sport1. „Als Spieler war man jedes Wochenende sichtbar, heute passiert vieles im Hintergrund.“ Dabei sei seine Verantwortung heute sogar größer als früher auf dem Platz. „Bei Roter Stern arbeiten wir auf sehr hohem Niveau und vier Doubles in Folge kommen nicht von alleine.“
Die Erwartungen in Belgrad sind enorm. Ein 5:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart verdeutlicht die Qualität und Entwicklung, die im Klub stecken. Roter Stern ist weit mehr als ein national dominanter Serienmeister; der Traditionsverein strebt regelmäßig Auftritte in der Champions League an – und will dort mehr als nur Achtungserfolge erzielen. „Bei Roter Stern reicht es nicht, nur Meisterschaft und Pokal zu gewinnen“, betont Marin. „Unsere Fans erwarten dominanten, attraktiven Fußball und gleichzeitig, dass wir international konkurrenzfähig sind und in der Champions League bestehen oder sogar die nächste Runde erreichen.“
Marin beschreibt einen Alltag, der sich grundlegend vom Leben eines Spielers unterscheidet. „Als Spieler denkt man vor allem an das nächste Spiel“, schmunzelt er. „Als Sportdirektor muss man viel weiter vorausdenken: Kaderplanung, Transfers, Finanzen und die Entwicklung des Klubs.“ Gerade bei einem Verein wie Roter Stern sei die Herausforderung besonders groß: „Gleichzeitig musst du in Belgrad auch kurzfristig Erfolg liefern, weil die Erwartungen extrem hoch sind. Diese Balance zwischen Gegenwart und Zukunft macht den Job spannend.“
Seine ungewöhnliche internationale Karriere, die ihn durch zahlreiche Ligen führte, kommt ihm dabei zugute. „Ich habe erlebt, wie große Klubs arbeiten, wie unterschiedliche Mentalitäten funktionieren und wie wichtig Kommunikation ist“, sagt Marin. „Heute hilft mir das besonders im Umgang mit Spielern, Trainern und Transfers.“
Der ehemalige Spielmacher ist zum Strategen geworden. „Mittlerweile sehe ich mich klar als Fußballmanager“, erklärt er. „Natürlich bleibt die Spielerzeit immer ein Teil von mir, aber mein Fokus liegt komplett auf der Zukunft des Klubs und darauf, jeden Tag Verantwortung zu übernehmen.“
Während seine zweite Karriere in Deutschland fast unsichtbar bleibt, hat sich Marko Marin in Belgrad neu erfunden – als Technischer Direktor mit einer bemerkenswerten Erfolgsbilanz. Die Frage ist nicht, ob er bald auch in Deutschland die Aufmerksamkeit erhält, die er verdient, sondern wann.
