Leipziger spitzensport-agentur: reform droht im machtpoker zu versanden
Die Bundesregierung hat den Entwurf des neuen Sportfördergesetzes durchgewunken – und spaltet damit den deutschen Sport. 350 Millionen Euro jährlich sollen künftig über eine unabhängige Stiftung in Leipzig fließen, doch genau diese Unabhängkeit wird zum Streitpunkt. Der DOSB fordert Mitsprache, Athleten fühlen sich ignoriert, und selbst Olympia-Weltmeister wie Erik Lesser warnen vor „Trial and Error“.
Christiane schenderlein feiert – die basis protestiert
Die CDU-Staatsministerin sprach schwungvoll von einem „Meilenstein“, doch hinter den Kulissen arbeitet der Deutsche Olympische Sportbund an einem Gegenentwurf. Leipzig als Standort sei „nicht abgesprochen“, heißt es intern – Frankfurt/Main mit seiner DOSB-Zentrale gilt als heimlicher Favorit. Der Verband fürchtet staatliche Bevormundung, Athletenvertreter wie Johannes Herber monieren: „Wir werden über, nicht mit entschieden.“
Erik Lesser, einst Gold-Biathlet, heute ARD-Experte, hält dem Enthusiasmus der Politik die Medaillenbilanz von Paris 2024 entgegen: „Wir können uns kein weiteres Rumexperimentieren leisten.“ Seine Forderung: Entscheidungen müssen „von echten Experten und wissenschaftlich fundiert“ kommen – nicht von Stiftungsräten ohne Athletenstimme.

Breitensport droht zur leeren worthülse zu werden
Schenderlein verspricht Effizienz und Transparenz, doch der Rechnungshof mahnt seit Jahren: Mittel versickern in undurchsichtigen Strukturen. Die neue Agentur soll das ändern – und gleichzeitig den Nachwuchs sichern. Paradox: Gerade die Kommunen klagen über marode Hallen, überlastete Vereine und Kitas ohne Sportfachkräfte. Lesser nennt das „die andere Halbzeit des Problems“, ohne deren Lösung selbst die beste Förderstiftung Luftnummern produziert.
Der Gesetzentwurf muss noch durch Bundestag und Bundesrat. Die Sommerpause als Zieltermin wirkt angesichts der Widerstände kaum realistisch. Leipzig könnte also bald eine Agentur beherbergen, die keiner will – und deren Geld niemand erreicht.
