Leipzig zertrümmert frankfurter bann und rückt der champions league auf den fersen

3:1 in der Waldstadion-Hölle – und plötzlich ist alles anders. RB Leipzig sprengt nach zehn sieglosen Gastspielen die Frankfurter Mauer, katapultiert sich vorübergehend auf Rang drei und lässt die Königsklasse zum Greifen nah wirken.

Diomande schockt, nusa und harder zerlegen die eintracht

Yan Diomande brauchte keine Einladung. In der 27. Minute schnappte sich der Ivorer den Ball an der rechten Außenbahn, tanzte drei Hessen-Verteidiger aus und nagelte die Kugel aus 17 Metern ins lange Eck. Der Treffer wirkte wie ein Schock – nicht nur für die Frankfurter Abwehr, sondern auch für die Statistik: Erstes Leipziger Tor nach 268 Minuten in der Commerzbank-Arena.

Die Antwort folgte prompt. Hugo Larsson nutzte eine unglückliche Volley-Abwehr von Ayoube Amaimouni-Echghouyab und köpfte zum 1:1 ein. Doch Leipzig blieb zielstreiter, drückte, kombinierte – und schlug nach der Pause gnadenlos zu. Antonio Nusa ließ Michael Zetterer mit einem wuchtigen Schlenzer aus 20 Metern alt aussehen, bevor Conrad Harder mit seinem ersten Ballkontakt den Deckel draufmachte. 3:1 – die Leipziger Bank explodierte.

Personalsorgen? werner dreht einfach am rad

Personalsorgen? werner dreht einfach am rad

Ohne Orban, ohne Lukeba in der Startelf, kurzfristig auch ohne Kapitän Raum – Ole Werner musste improvisieren. Max Finkgräfe rückte für seinen zweiten Ligastart links rein, die Abwehr wurde umgeschichtet. Das Ergebnis: eine Nullnummer in der zweiten Halbzeit, denn Frankfurt schoss nach dem Seitenwechsel keinen einzigen Torschuss mehr aufs Tor. Wer Leidenschaft mit System verbindet, braucht keine Stars auf jeder Position.

Mit 59 Zählern liegt Leipzig nun einen Punkt vor Stuttgart, der am Sonntag ran muss. Die Tordifferenz (+32) ist die zweitbeste der Liga – hinter Bayern, vor Leverkusen. Die Sachsen haben noch drei Partien zu absolvieren, darunter ein Heimspiel gegen den FC Augsburg und ein Kellerduell in Darmstadt. Die Champions-League-Tickets werden gerade frisch gemacht.

Frankfurt dagegen verpasst die Chance, sich auf Platz fünf abzusetzen. Die Lücke zu Leipzig beträgt nun fünf Punkte, die Stimmung kippt. Trainer Dino Toppmöller sprach von „verpasster Mentalität“, Sportchef Markus Krösche von „einem Rückschlag, der wehtut“. Die Eintracht hat jetzt zwei Auswärtsspiele in Folge – bei Union Berlin und beim VfL Wolfsburg. Wer dort nicht punkten kann, darf sich nicht wundern, wenn die Europacup-Träume schon im April platzen.

RB Leipzig feiert nicht nur einen Sieg, sondern einen Mentalitäts-Meilenstein. Wer in Frankfurt gewinnt, dem steht die Welt offen – und die Champions League sowieso.