Leipzig will schluss mit eisenach-fluch machen – thsv wartet seit 26 auswärtsspielen auf punkte
Das Mitteldeutsche Derby könnte heute Abend in Leipzig ein kleines Stück Handball-Geschichte schreiben. Der SC DHfK empfängt um 15:00 Uhr den ThSV Eisenach – und beide Teams brauchen den Sieg wie Luft zum Atmen. Leipzig will den Keller verlassen, Eisenach endlich den Auswärtsfluch brechen. 17 Heimpunkte, null Auswärtspunkte – diese Bilanz des ThSV ist die groteske Fußnote einer ansonsten soliden Saison.
Leipzig jagt ersten pflichtsieg gegen eisenach seit märz 2016
Die Zahlen sind hart: Seit zehn Jahren wartet Leipzig auf einen Erfolg gegen den Thüringen-Club. Das Hinspiel ging 31:27 an Eisenach, damals noch mit Lukas Binder als Leipziger Torschützenkönig. Heute führt er die Mannschaft als Kapitän, doch die Torquote hat sich gedreht: Leipzig steckt auf Platz 18 fest, Eisenach auf 14 – trotz identischer Sorgen.
Die DHfK-Defensive kassierte in dieser Spielzeit bereits 435 Gegentore, nur HSG Wetzlar ist noch durchlässiger. Trainer Frank Carstens schickt seine Mannschaft deshalb mit klarem Auftrag in die Partie: „Wir müssen das durchbruchlastige Spiel der Eisenacher stoppen, das Zweikampfverhalten wird entscheiden.“

Thsv-coach hinze: „auswärtspunkte wiegen nicht doppelt“
Während Leipzig gegen sein Trauma kämpft, hasst Eisenach die ewige Frage nach der Auswärtsmisere. Sebastian Hinze schmunzelt nicht, wenn Journalisten das 0-Punkte-Desaster bemühen. „Jeder Sieg bringt zwei Zähler – egal, ob in Leipzig oder Lübbenau. Wir fahren nicht als Opfer, wir fahren als Jäger“, sagt er und schlägt damit den Ton vor.
Ob er mit vollem Kader reisen kann, entscheidet sich kurzfristig. Magen-Darm-Infekte und Muskelbündelrisse haben den Kader dezimiert. Vincent Büchner wird wohl mitwirken, doch bei Finn Lehnert und Tim Riehn ist Spieltagsmorgen Entscheidungstag. „Wir werden die Qualität auf dem Feld bringen, die nötig ist, um Leipzig unter Druck zu setzen“, verspricht Büchner.

Tv-termin verspricht zusätzliche hitze
Dyn und Welt TV übertragen live – und genau das lieben beide Teams. Leipzig erlebte einige seiner besten Auftritte vor Kameras, Eisenach schoss sich in der vergangenen Saison im MDR-Duell gegen Magdeburg in die Highlights. Die Arena an der Gellertstraße ist mit 4.500 Zuschauern ausverkauft, die Wall of Sound-Abteilung der DHfK-Fans probte bereits gestern Sprechchöre gegen den „Thüringen-Poker“.
Torhüterduell wird das Match sein: Jannik Witkowski steht bei Leipzig mit 33,7 % Quote vor dem Kasten, Maximilian Rößler bringt es bei Eisenach auf 35,1 %. Doch Paraden alleine gewinnen keine Derbys – es braucht eine geschlossene Mannschaftsleistung.
Am Ende zählt nur das Ergebnis. Leipzig will endlich wieder Eisenach schlagen, Eisenach will endlich mal auswärts jubeln. Wer heute kapituliert, rutscht tiefer in den Strudel. Die Uhr tickt – und der Handball Süd ist hellwach.
