Leipzig: jagd auf champions-league-plätze – kann gladbach helfen?
RasenBallsport Leipzig hat sich in den Kampf um die begehrten Champions-League-Plätze reingekämpft und nun die Rollen getauscht: Aus dem Jäger ist der Gejagte geworden. Nach den Siegen gegen Hoffenheim und Bremen gilt es gegen Mönchengladbach, den dritten Platz zu festigen und auszubauen – ein Szenario, das die Sachsen vor einer spannenden Herausforderung stellt.

Bitshiabu: überraschung in der abwehr?
Ein Sieg gegen die Fohlen in Verbindung mit einem Unentschieden von Eintracht Frankfurt in Wolfsburg würde RB Leipzig einen komfortablen Vorsprung von 16 Punkten verschaffen und den vorzeitigen Einzug in einen internationalen Wettbewerb bedeuten. Doch Coach Ole Werner machte deutlich, dass die Europa League oder gar die Conference League für die Sachsen angesichts des aktuellen Tabellenplatzes noch lange kein Selbstläufer sind. „Wir wollen da bleiben, wo wir sind“, betonte er auf der Pressekonferenz, und fügte hinzu: „Wenn du auf Platz drei bist, wirst du dich nach dem 34. Spieltag nicht über Platz fünf freuen.“
Gegen die seit vier Pflichtspielen ungeschlagenen Gäste, die selbst noch dringend Punkte benötigen, ist daher ein Heimsieg unerlässlich. Doch Werner warnt: „Dafür wird aber eine bessere Leistung nötig sein als gegen Bremen.“ Das 2:1 an der Weser war zwar erfolgreich, aber von wenig Überzeugungskraft. „Unser ganzes Spiel war etwas langsam und träge“, monierte der Coach, der vor allem die fehlende „Bewegung in der Tiefe“ bemängelte.
Castello Lukeba, der Innenverteidiger, fällt verletzungstechnisch aus. In Bremen hatte Werner bereits kurz nach dessen Auswechslung Mittelfeldspieler Nicolas Seiwald in die Abwehr beordert. Ob er diesen riskanten Schachzug auch gegen Gladbach wiederholen wird, ließ der Coach offen. Seiwald steht zwar „aus unserer Mannschaft nicht wegzudenken und wird von Anfang an spielen“, aber auch ein Einsatz von El Chadaille Bitshiabu ist durchaus denkbar. Der junge Franzose, der seit seinen Patzern im Januar gegen St. Pauli und Mainz einen schweren Stand hat, erhielt zu Wochenbeginn das Signal, dass er bei entsprechender Trainingsleistung eine ernstzunehmende Alternative sein könnte.
„Ich vertraue jedem meiner Spieler. Auch Chad traue ich zu, ein sehr gutes Spiel zu machen“, erklärte Werner und signalisierte damit, dass auch Spieler, die in den letzten Wochen wenig Einsatzzeit hatten, eine Chance erhalten können. Die Entscheidung, ob Bitshiabu von Beginn an aufläuft, wird das Abschlusstraining am Freitag zeigen. Es bleibt spannend, ob der 20-Jährige die Chance nutzen und seine Kritiker verstummen lassen kann.
Die Ausgangslage für beide Teams ist angesichts der jeweiligen Ziele komplex. Während Leipzig seinen Platz in der Spitzengruppe verteidigen will, müssen die Gladbacher um ihren Klassenerhalt kämpfen. Ein Sieg für die Werkself wäre für die Fohlen ein Bäumchen-wiesel, während für RB Leipzig die Konsequenzen auf dem internationalen Parkett zu spüren wären. Die Partie verspricht daher ein intensives und spannungsgeladenes Duell zu werden, bei dem sich die Fans auf ein Feuerwerk der Emotionen freuen können.
