Leipzig im abstiegskampf: gummersbach setzt schockstarre fort

Die Luft wird für die Leipziger Handballer immer dünner. Im achten Bundesliga-Spiel in Folge konnten sie nicht gewinnen, und die deutliche Niederlage gegen Gummersbach (31:37) verdeutlicht die desolate Lage im Abstiegskampf. Ein katastrophales erste Halbzeit ließ kaum Hoffnung auf ein Wunder aufkommen.

Die deckung – leipzigs achillesferse

Trainer Frank Carstens ließ seiner Enttäuschung nach dem Spiel freien Lauf. „Es hat einfach nicht gereicht“, klagte er, „weil wir in der ersten Halbzeit überhaupt keine Deckungsqualität gezeigt haben.“ Die Leipziger Defensive wirkte wie ein Häckselwerk, ließ Gummersbach über den Kreis reihenweise einfache Tore zu und konnte die Räume kaum zustellen. Die Folge: Gummersbach gewann Sicherheit, während die Nervosität bei Leipzig zunahm und kleine Stockfehler die Partie bestimmten.

Schon in der Anfangsphase, bis zum 5:5 in der siebten Minute, konnten die Gastgeber mithalten. Doch dann folgte ein vernichtender 8:1-Lauf der Gäste, an dessen Spitze der Nationalspieler Miro Schluroff brillierte. „Wir waren gut drin, aber den Lauf kassieren wir, weil wir zu viele Chancen liegen lassen“, analysierte Gummersbachs Staffen Peter. Die Leipziger, die sich nach einer Auszeit zwar im Angriff mehr Durchschlagskraft erarbeiteten, fanden defensiv weiterhin kein Gegenmittel gegen das blitzschnelle Passspiel der Gäste.

Blaer Hinriksson und Tomas Piroch konnten mit je fünf Toren die besten Werfer der Leipziger stellen, während Ludvig Hallbäck mit acht Toren für Gummersbach glänzte.

Ein hoffnungsschimmer in der zweiten halbzeit

Ein hoffnungsschimmer in der zweiten halbzeit

Nach der Pause bäumten sich die Leipziger um Matej Klima und Adam Lönn, die nach langer Verletzungspause ihr Comeback feierten, noch einmal auf und verkürzten den Rückstand auf 16:22 (35. Minute). Doch die Gäste ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und bauten ihre Führung bis zur 45. Minute auf 31:22 aus. Die Schlussphase zeigte zwar eine konzentriertere Leistung der Leipziger, doch der Schaden war bereits angerichtet.

„In der Pause galt es, den Reset-Knopf zu drücken“, erklärte Carstens. „In der zweiten Halbzeit haben wir deutlich besser verteidigt, Bälle gewonnen und Druck nach vorne entwickelt. Aber die erste Halbzeit ist eben nicht konkurrenzfähig.“ Die Leipziger stehen vor einer gewaltigen Aufgabe, wenn sie den Abstiegskampf noch bestehen wollen. Die nächsten Spiele werden zeigen, ob die Mannschaft aus der aktuellen Krise gelernt hat und die notwendige Konstanz an den Tag legen kann. Die Fans müssen sich darauf einstellen, dass der Kampf um den Klassenerhalt bis zum Schluss hart umkämpft sein wird.