Leipzig gegen hoffenheim: duell der flankengötter und sprintmaschinen

Freitagabend, 20.30 Uhr, Red-Bull-Arena: Wo sonst nur Punkte zählen, zählt morgen jede Hundertstelsekunde. Denn wenn RB Leipzig auf die TSG Hoffenheim trifft, knallen nicht nur die Champions-League-Träume zusammen – es kracht auch in den Schenkeln von Coufal und Raum, den beiden besten Flankenlieferanten der Liga.

Coufal und raum liefern sich ein flanken-duell auf messers schneide

116 Flanken hat Vladimir Coufal schon geschlagen, 111 David Raum. Das sind keine Statistikpornos, das ist offener Angriff auf die Außenbahn. Coufal jagt den Ball mit dem Rechtsfuß wie einen Bumerang, Raum schickt ihn mit dem Linksfuß auf Irrfahrt. Wer zuerst die 120 knackt, hat vielleicht schon die Entscheidung auf dem Fuß – und die Europapokal-Tür aufgestoßen.

Dahinter lauern die Ivorer Bazoumana Touré und Yan Diomande, zwei Düsenjets im Dress. Touré spult 36,3 km/h, Diomande 35,98. Die Liga nennt das Sprintwerte, wir nennen es Asphalt-Blitze. Touré hat schon zwölf Mal direkt für Tore gesorgt, Diomande sogar 16-mal. Wer sie einmal verliert, findet sie erst wieder in der Ecke wieder, wo sie gerade das Netz küssen.

Die rotsünden-liste: baumgartner, burger und das spiel mit dem gelben karton

Die rotsünden-liste: baumgartner, burger und das spiel mit dem gelben karton

Christoph Baumgartner führt mit 47 Fouls, Wouter Burger folgt mit 45. Tim Lemperle kommt auf 41. Das ist kein Defensiv-Tackle, das ist ein offener Schlagabtausch im Minutentakt. Wer hier zögert, fliegt. Wer tritt, trägt. Und genau das liebt Christian Ilzer: „Offener Schlagabtausch ohne Pokern.“

Die TSG gewann das Hinspiel 3:1, hat drei Punkte Vorsprung. Verliert Leipzig, droht der Vorentscheid. Gewinnt Leipzig, ist alles offen. Ilzer spricht vom „Zustand im Kopf“, Marco Rose schweigt lieber über die Lautstärke der eigenen Fans. Denn in diesem Spiel zählt nicht nur Taktik, sondern Tempo – und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Am Ende zählt eine Zahl: Wer 90 Minuten lang schneller denkt als der Gegner sprintet, steht im Juni in der Champions League. Die anderen gucken nur zu – oder fliegen mit 36 km/h hinterher.