Lebron wirft bronny den ball, der korb trägt ihren namen

Ein Pass, ein Dreier, ein Klang wie Gips auf Metall – und die NBA hat ihre erste Vater-Sohn-Assist überhaupt. LeBron James, 41, legte im Staples Center seinem Sohn Bronny die Kugel auf, der 21-Jährige versenkte sie aus sieben Metern. 116:99 gegen Brooklyn, aber die Zahl zählt nicht. Die Geschichte zählt.

Es war das zwölfte Spiel der Lakers in Serie, in dem Luka Dončić über 30 Punkte erzielte – ein Leistungsbogen, den selbst LeBron in acht Jahren Los Angeles nie spannte. Der Slowene traf 41-mal, spielte den Gegner schwindelig und ließ das Publikum dennoch über ein anderes Duett reden. Denn die Nacht gehörte zwei Generationen James, nicht dem Topscorer.

Ein herzstillstand, ein comeback, ein dreier

Bronny war nie ein sicherer Lotto-Gewinn. Vor drei Jahren kollabierte sein Herz auf dem Uni-Court in USC. Defibrillator, Reha, Vertragsklause, Zweifel – alles schluckte er. Seine Minuten in der NBA sind bisher Sparflamme, meist Garbage Time. Doch als der Vater ihn in der Mitte des zweiten Viertels fand, stand er goldrichtig. Der Ball glitt durch den Netzkorb, LeBron jubelte wie nach seinem ersten Titel 2012. „Cool war untertrieben“, sagte er nach dem Spiel. „Das war Familiengeschichte, nicht Basketballgeschichte.“

Die Lakers haben ihre Playoff-Route wieder freigekriegt, dank Dončić und einem Anthony Davis, der endlich wieder springt. Doch die echte Schlagzeile kommt aus der zweiten Reihe: Vater und Sohn teilen sich nun einen Eintrag im offiziellen Statistikbogen, eine Fußnote, die niemand mehr streichen kann.

Hartenstein und schröder ziehen ihre eigenen fäden

Hartenstein und schröder ziehen ihre eigenen fäden

Während in L.A. Emotionen kocht, schrauben zwei Deutsche ungerührt die eigene Saison zusammen. Isaiah Hartenstein bügelt für Oklahoma City die Defense, fischt 13 Rebounds gegen Houston und erlaubt nur 0,89 Punkte pro Isolation – bester Wert unter allen Bigs mit mindestens 100 Aktionen. Dennis Schröder erfindet sich in Brooklyn neu: 28 Punkte gegen Sacramento, 8 Assists, null Ballverlust in den letzten drei Minuten. Beide Teams stehen in den Top-6 des Westens, beide Spieler haben sich eine Playoff-Heimrecht-Rolle erkämpft, ohne Hollywood-Glitzer.

In Indiana schlug die Uhr verrückt: 0,2 Sekunden vor Ende versenkte Pascal Siakam einen Dreier, die LEDs leuchteten noch, doch der Schiedsrichter bückte sich, sah den Ball die Schnur noch berühren, ließ die Zeit laufen. Tyrese Haliburton traf im Nachschlag, Pacers gewinnen 121:120 gegen die Clippers. Die Arena tobte, die Gäste protestierten, die Liga wird das Protokoll studieren. So wirkt Basketball manchmal: ein Hauch Haut, ein Hauch Technik, ein Hauch Chaos.

Die Nacht war ein Schmelztiegel aus Statistiken und Geschichten. Dončić jagt Rekorde, Hartenstein und Schröder jagen den Mai, LeBron und Bronny jagen die Ewigkeit. Der Scoreboard-Drucker summt noch, aber schon morgen ist das alte Spiel nur ein Boxscore. Was bleibt, ist ein Vater, der seinem Sohn den NBA-Ball zulegte – und der Korb, der ihren Namen trägt.